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Digitaler Zwilling für Bargeld

Über 50 Besucherinnen und Besucher bei Vortrag zum digitalen Euro

Philipp Matern aus dem Stab des Präsidenten der Hauptverwaltung in Hessen der Deutschen Bundesbank erläutert in Alsfeld das Konzept des digitalen Euros.
Foto: Regierungspräsidium Gießen

27.09.2026 / ALSFELD - Bargeld verliert zunehmend an Bedeutung – deshalb soll es künftig einen digitalen Zwilling bekommen: den digitalen Euro. Er ist als staatliche, europäische Zahlungslösung geplant, die sicher, anonym und kostenlos funktionieren soll. Statt eines Geldbeutels würde dann das Smartphone genügen. Die Einführung ist bis 2029 vorgesehen – eine Abschaffung des Bargelds ist damit jedoch ausdrücklich nicht verbunden.



Was die Einführung des digitalen Euros für den Alltag bedeutet, welche Chancen und Herausforderungen damit verbunden sind und welche Rolle Bargeld künftig spielt, darüber referierte Philipp Matern in Alsfeld (Vogelsbergkreis). Er arbeitet im Stab des Präsidenten der Hauptverwaltung in Hessen der Deutschen Bundesbank, die mit der Umsetzung dieses europäischen Projektes betraut ist. Über 50 Personen folgten dem Vortrag "Der digitale Euro – Digital bezahlen im digitalen Zeitalter", der gemeinsam vom Europe Direct Gießen beim Regierungspräsidium Gießen, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, der Deutschen Bundesbank und der Europa-Union Vogelsberg organisiert wurde.

Mit dem digitalen Euro soll eine souveräne, staatlich organisierte Zahlungslösung entstehen, die losgelöst von den amerikanisch dominierten bestehenden privatwirtschaftlichen Systemen funktioniert. Der von der Europäischen Zentralbank herausgegebene digitale Euro wäre eine gleichwertige Ergänzung zum Bargeld, nur eben digital. Weitere Vorteile: Die Effizienz des Bezahlvorgangs werde gehoben und weniger Daten erhoben. Der digitale Euro sei zudem inklusiver, weil er eine Offline- und eine Online-Variante biete, erklärte Matern. Die Online-Nutzung funktioniere ähnlich wie bei bekannten Bezahlsystemen wie etwa Paypal. Die Offline-Variante benötige keinen Internetanschluss. Denn die Idee ist es, dass Verbraucherinnen und Verbraucher ihr Geld in Form eines digitalen Guthabens beispielsweise auf einer Smartphone-App oder Karte hinterlegt haben.

Eine Transaktion könnte dann per Auflegen auf ein Lesegerät im Geschäft oder im Privatbereich von Smartphone zu Smartphone erfolgen. Das Be- und Entladen der Guthaben soll auch an Bankautomaten ermöglicht, eine Aufladegrenze eingebaut werden. Für Banken soll eine gesetzliche Verpflichtung bestehen, diese Dienstleistung anzubieten. Da der digitale Euro zudem als gesetzliches Zahlungsmittel gilt, bestehe beispielsweise im Handel und Gewerbe eine Annahmepflicht. Privatpersonen ist es freigestellt, das Zahlungssystem zu nutzen.

"Wir hoffen, dass die gesetzlichen Grundlagen dafür bis Ende 2026 geschaffen sind", erklärte Referent Matern zur Zeitplanung. Bis 2029 sollen alle technischen Fragen geklärt sein und die Vorbereitungen der Zentralbanken und Gesetzeber stehen. Zunächst ist die Einführung nur in den Euro-Ländern geplant, eine spätere Erweiterung auf die EU-Länder und darüber hinaus ist denkbar. (mis/pm) +++

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