"TCRAT Forum" am Klinikum: Minimal-invasive Bypass-Operationen LIVE
Klinikumsvorstand Privatdozent Dr. Thomas Menzel, Prof. Hilmar Dörge, Prof. Oleksandr Babliak und Leitender Oberarzt Dr. Christian Sellin
Fotos: Marvin Myketin
25.09.2026 / FULDA -Am Freitag waren Herzchirurgen aus der ganzen Welt in Fulda zu Gast, denn mit einer hochkarätigen Spezialisten-Tagung macht das Klinikum nicht nur in Medizinerkreisen von sich reden: Über 110 Herzchirurgen und OP-Teams aus über 20 Ländern wie den USA, China, Indien, Thailand, Saudi-Arabien und Ägypten waren zu einem Kongress nach Fulda gekommen. Sie alle wollten sich über eine innovative Methode zur Operation bei Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen informieren und von den Besten lernen.
Dabei geht es um einen medizinischen Durchbruch, nämlich die schonende, minimal-invasive Bypass-Chirurgie nach der TCRAT-Methode (Total Coronary Revascularization via left Anterior Thoracotomy). Das Herz-Thorax-Zentrum unter Leitung von Prof. Dr. Hilmar Dörge wendet die Methode schon seit 2019 erfolgreich an. Gemeinsam mit dem Mitbegründer der Technik, Prof. Dr. Oleksandr Babliak aus Kiew, etablieren die Fuldaer Experten diese schonende Operationsmethode. Verengte Herzkranzgefäße werden komplett ohne Durchtrennung des Brustbeins (Sternotomie) operiert. Der operative Zugang erfolgt lediglich über einen kleinen Schnitt zwischen den Rippen.
Die Vorteile für die Patienten liegen auf der Hand: Das innovative OP-Verfahren bedeutet für die betroffenen Patienten schnellere Heilung und deutlich weniger Schmerzen. Durch den Verzicht auf die Durchtrennung des Brustbeins ist keine langwierige Knochenheilung nötig und die Operierten können schneller in den Alltag zurückkehren und ihr normales Leben wieder aufnehmen.
Bei der Tagung unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG). wurden den angereisten Medizinern drei Live-Operationen hochauflösend in den Tagungssaal übertragen. Viele Fragen wurden dann mit den Herzchirurgen fachlich diskutiert. Die Mediziner werden das in Fulda gewonnene Wissen nun auch in ihren Heimatländern etablieren. Eine tolle Transfer-Leistung des Klinikums Fulda.
Der ehemalige Fuldaer Landrat war einer der ersten Patienten
Einer der ersten Patienten, die selbst mit der schonenden TCRAT-Methode am Herzen operiert wurden, ist der langjährige Fuldaer Landrat Fritz Kramer, der 2021 in einer Pressekonferenz davon berichtete und nicht mit lobenden Worten sparte. Fritz Kramer berichtete, dass er vor allem beim Treppensteigen und Radfahren schlechter Luft und schließlich Herzrhythmusstörungen bekommen habe. Die Aussicht auf eine große Herz-OP habe ihn ziemlich geängstigt - wie wohl die allermeisten Betroffenen. Als Prof. Dörge ihm von der ganz neuen Möglichkeit der Schlüsselloch-Chirurgie berichtet habe, sei er voller Hoffnung gewesen, dass er dafür in Frage komme. Dabei werden durch einen kleinen seitlichen Schnitt zwischen der vierten und fünften Rippe alle nötigen Bypässe an die erkrankten Herzkranzgefäße gelegt. Tatsächlich konnte Kramer, der mit der neuen Technik operiert wurde, das Klinikum schon eine Woche später verlassen und erfreut sich bester Gesundheit.
Eindrucksvoll schilderte er den Unterschied zum weitaus schwierigeren Genesungsweg für diejenigen Patienten, die eine große Brust-OP hinter sich haben. Sie müssen sich vor allem schonen, dürfen sich keinesfalls körperlichen Belastungen aussetzen, nichts heben. An Sport ist nicht zu denken, denn die Gefahr, dass das geteilte Brustbein dadurch aufbricht, ist zu groß. Als "Werbeträger" fürs Klinikum ist niemand so geeignet wie der eloquente Multiplikator Fritz Kramer, der bekannte: "Ich finde meine Narbe gar nicht mehr!" (ci)+++