HessenForst blickt mit Sorge auf die Buche
Wälder unter Trockenstress: "Dürrefolgen zeigen sich oft verzögert"
Symbolbild: O|N/Carina Jirsch
02.10.2026 / FULDA -
Dem einen oder anderen dürfte es bereits aufgefallen sein: Viele Bäume zeigten in diesem Jahr bereits ungewöhnlich früh erste Herbstfärbungen. Ursache dafür ist jedoch kein verfrühter Herbstbeginn, sondern der außergewöhnliche Hitze- und Trockenstress des Sommers. HessenForst hat dabei vor allem die Buche im Blick. Auf OSTHESSEN|NEWS-Anfrage heißt es: "Sie hat auf die anhaltende Dürre physiologisch besonders empfindlich reagiert."
Doch welche Folgen hatte der trockene Sommer konkret für die Wälder in Osthessen? HessenForst beantwortet die wichtigsten Fragen.
O|N: Sind die Verfärbungen unmittelbare Folgen des Hitzesommers?
Der Juli 2026 war in Hessen nach vorliegenden Wetterdaten der trockenste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Auch die erste Augusthälfte verlief in vielen Regionen weitgehend niederschlagsarm. Hohe Temperaturen erhöhen zusätzlich die Verdunstung; zugleich steht den Bäumen immer weniger Bodenwasser zur Verfügung."
O|N: Welche Baumarten und Regionen sind besonders betroffen?
O|N: Was bedeutet die Verfärbung bei Buchen?
Wenn der Boden austrocknet, kann Luft in die Wasserleitbahnen der Buche gelangen. Es entstehen sogenannte Embolien – vereinfacht gesagt Luftblasen in den Leitungsbahnen. Dadurch wird der Wassertransport in die Krone dauerhaft beeinträchtigt. Selbst nach erneuten Niederschlägen kann die Versorgung der Krone dann eingeschränkt bleiben."
O|N: Müssen wir mit mehr Waldschäden rechnen?
O|N: Was macht HessenForst dagegen?
HessenForst entwickelt Wälder standortbezogen weiter. Dabei wird geprüft, welche Baumarten unter heutigen Bedingungen und mit Blick auf künftige Klimarisiken auf einem Standort voraussichtlich geeignet sind. Die Standortswasserbilanz – also das Zusammenspiel aus Niederschlag, Verdunstung und pflanzenverfügbarem Bodenwasser – ist dabei ein wesentlicher Maßstab.
Die Buche bleibt ein ökologisch wertvoller Bestandteil der hessischen Wälder. Auf trockenen Risikostandorten wird sie künftig jedoch vielerorts eher als Teil eines artenreichen Mischwaldes bestehen können als in großflächigen Reinbeständen. Für Süd- und Mittelhessen wird in Klimaprojektionen ein besonders erhöhtes Trockenstressrisiko für die Buche erwartet."
O|N: Was bedeutet das für die Waldbesucher?
HessenForst: "Nach Hitze und Trockenheit gilt im Wald besondere Aufmerksamkeit: Geschädigte Buchen können auch noch nachträglich Äste oder Kronenteile verlieren. Waldbesuchende sollten deshalb: Auf den Wegen bleiben und Warnhinweise beachten. Bei Sturm, Gewitter und starkem Wind den Wald meiden. Nicht unter erkennbar geschädigten, trockenen oder abgestorbenen Kronen verweilen." (mkr/pm) +++