Vom Stipendium zur eigenen Praxis
Julian Dern zeigt, wie "medizin+" den Ärztemangel im Landkreis angeht
Foto: Jennifer Sippel / Vogelsbergkreis
24.09.2026 / REGION VB -
Dr. Julian Dern zeigt, wie gut das "medizin+"-Stipendium des Vogelsbergkreises wirkt: Seit 2016 unterstützt das Programm gezielt junge Medizinerinnen und Mediziner auf ihrem Weg in die hausärztliche Versorgung – und Dern ist der erste, der diesen Weg bis zur eigenen Praxis gegangen ist. Mit der Eröffnung seiner Hausarztpraxis in Schlitz setzt der 40‑Jährige ein starkes Zeichen dafür, dass der Landkreis dem drohenden Ärztemangel auf dem Land erfolgreich entgegensteuert und Nachwuchs gezielt in die Region bindet.
Landrat Dr. Jens Mischak unterstreicht die strategische Bedeutung der Initiative: "Mit dem "medizin+"-Stipendium investieren wir direkt in die medizinische Zukunft unserer Region. Wir bieten angehenden Ärztinnen und Ärzten eine verlässliche Perspektive und sichern gleichzeitig die flächendeckende Versorgung im Vogelsbergkreis."
Finanzieller Anreiz und starkes Netzwerk
Das Programm unterstützt Medizinstudierende ab dem 5. Semester mit monatlich 500 Euro. Im Gegenzug verpflichten sich die Stipendiaten, ihre Facharztweiterbildung in der Regel im Vogelsbergkreis zu absolvieren und sich im Anschluss für mindestens drei Jahre vor Ort niederzulassen. Neben Fachrichtungen der unmittelbaren Patientenversorgung wie Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Dermatologie oder Augenheilkunde steht auch der Weg in das Öffentliche Gesundheitswesen offen. Seit diesem Jahr haben auch Studierende der Zahnmedizin die Möglichkeit, sich für das Stipendium des Kreises zu bewerben – dies hat der Kreisausschuss des Vogelsbergkreises in seiner jüngsten Sitzung am Dienstag beschlossen.Für Dr. Julian Dern war die Förderung ein wichtiger Baustein auf seinem Weg zurück in die Heimat: "Für mich war immer klar, dass ich nach dem Studium in Heidelberg wieder ins Schlitzerland zurückkehren möchte. Das Stipendium war dabei eine hervorragende Unterstützung – finanziell während des Studiums, aber vor allem durch das Netzwerk, das man dank der Hilfe des Kreises aufbauen kann. Das ist Gold wert."
Von der Förderung zur eigenen Praxis
Im frisch sanierten Alten Postamt in Schlitz hat Dr. Dern mit Unterstützung der LEADER-Förderung des Kreises ein modernes Gesundheitszentrum geschaffen. Auf rund 250 Quadratmetern und in sieben Behandlungszimmern betreuen er und sein Team bereits rund 1.500 Patientinnen und Patienten. Die Räumlichkeiten sind bewusst so ausgelegt, dass perspektivisch auch weitere Kolleginnen und Kollegen Platz finden.