Hochschule lädt ein

Expertentagung Fu³lda hat begonnen: Nachhaltigkeit als Zukunftsstrategie?

Michael Ruhl, Staatssekretär im hessischen Ministerium für Landwirtschaft, war unter anderem zu Gast auf der Veranstaltung.
Fotos: Nikolas Krudewig

23.09.2026 / FULDA - Wie können Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zukunftsträchtig und nachhaltig investieren? Diese Frage stellte sich die Nachhaltigkeitstagung Fu³lda, die am Mittwochmorgen auf dem Campus der Hochschule Fulda begann. Dafür kamen zahlreiche Menschen aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um sich zu diesem Thema auszutauschen und zu informieren.



"Nachhaltigkeit ist kein Thema, das sich auf einen einzigen Bereich reduzieren lässt. Es geht nicht nur um die Reduktion von CO2, erneuerbare Energien oder Ressourcenschonung. Es geht auch nicht nur um soziale Verantwortung oder um den wirtschaftlichen Erfolg. Es geht genau um das alles, aber zusammen. Nachhaltigkeit bedeutet, all diese Perspektiven zusammenzudenken – Ökonomie, Ökologie und Soziales", sagte Prof. Dr. Angelika Sawczyn-Müller zur Begrüßung der Gäste zum Nachhaltigkeitstag.

Wirtschaft und Wissenschaft suchen Austausch

Ein volles Tagungsprogramm erwartete die Gäste am Mittwoch, das mit den Grußworten um 9 Uhr gestartet war. Dabei wurde schon in den ersten Reden deutlich, welche Bedeutung Nachhaltigkeit für die Wirtschaft hat. Gerade in den Zeiten schwächelnder Konjunktur scheint das Thema prominent, wie Sawczyn-Müller in ihrer Rede betonte. Die Mehrheit der Unternehmen würde befürchten, dass wirtschaftlich schwierigere Zeiten auf sie zukommen würden.

Auch Prof. Dr. Karim Khakzar, Präsident der Hochschule Fulda, fand einige Worte zur Begrüßung. In seiner Rede hob er die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN hervor und betonte, dass es fast zu jedem Ziel einen Studiengang an der Hochschule Fulda gäbe. "Zur Hochschule Fulda gehört der Praxisbezug und damit der Transfer zwischen Wissenschaftlern und Unternehmen, damit Wissen auch Anwendung findet", sagte Präsident Khakzar zu Beginn.

Für diesen Zweck war die Nachhaltigkeitstagung einberufen worden. Insgesamt acht Professoren boten am Mittwoch Vorträge an, um über Nachhaltigkeit zu sprechen. Zu diesen Themen zählten unter anderem nachhaltige Lieferketten, Finanzierung von Dekarbonisierung, nachhaltiges Personalmanagement und bezahlbare Energien für regionale Unternehmen.

Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit sind kein Widerspruch

Viele Unternehmen haben Sorge, dass die Nachhaltigkeitsziele teuer sind und finanziellen Aufwand bedeuten. An dieser Stelle setzte Michael Ruhl an, Staatssekretär im hessischen Ministerium für Landwirtschaft. Er betonte, dass ein nachhaltiges Wirtschaften langfristig ein Unternehmen stabilisieren könne. "Natürlich reden wir oft über Zielkonflikte, die wir gesellschaftlich besprechen müssen. Als Bundesland hat Hessen das Thema Nachhaltigkeit in die Verfassung aufgenommen, was zeigt, welche Bedeutung das Thema für uns hat", so Michael Ruhl in seiner Rede.

Für die regionale Perspektive sorgte Michael Konow, Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda. In seinem Vortrag gab er einen Einblick in die Lage der hessischen Unternehmen, was das Thema Nachhaltigkeit betrifft. "Viele Menschen haben Sorgen, dass durch die Wende zur nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft der Wohlstand in Deutschland gefährdet werden könnte", so der Präsident der IHK.

Studien und Umfragen würden zeigen, dass in den vergangenen Jahren die Skepsis gewachsen sei und das Thema Klimaschutz generell eine kleinere Rolle für die Menschen spielen würde. "Als IHK haben wir natürlich eine Gesamtverantwortung für die Wirtschaft, die auch Aspekte der nachhaltigen Entwicklung beinhaltet. Wir können damit aber Maßnahmen und Beispiele schaffen und wichtige Impulse für die Wirtschaft geben", sagte Michael Konow. (kru) +++

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