Erfolg für Mitbestimmung in Unterfranken
Brose-Betriebsrat gewinnt beim Deutschen Betriebsräte-Preis 2026
Foto: Simone M. Neumann
22.09.2026 / WÜRZBURG/BERLIN -
Großer Erfolg für die Mitbestimmung in Unterfranken: Bei der feierlichen Preisverleihung in Berlin ist der Betriebsrat des Automobilzulieferers Brose am Standort Würzburg mit dem renommierten Deutschen Betriebsräte-Preis 2026 in Bronze ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurde damit der erfolgreiche Einsatz der Arbeitnehmervertretung für den langfristigen Erhalt des Standorts und die Sicherung von rund 1.400 Arbeitsplätzen.
Der Auszeichnung vorausgegangen war eine beispielhafte Auseinandersetzung im vergangenen Jahr. Durch ein strategisches Zusammenspiel aus Belegschaftsprotest, frühzeitiger Einbindung von Politik und Öffentlichkeit sowie tragfähigen Lösungsangeboten gelang die Wende: Mit dem Abschluss eines neuen Ergänzungstarifvertrags und der Erschließung neuer Geschäftsfelder – insbesondere dem Einstieg in die Luft- und Raumfahrttechnik – konnte die Zukunft des Würzburger Werkes nachhaltig gesichert werden.
Bundesweite Anerkennung für gelebte Mitbestimmung
In ihrer Laudatio anlässlich der Preisübergabe sagte Frau Dr. Claudia Bogedan, Geschäftsführerin der Hans-Böckler-Stiftung: "Der Brose Betriebsrat hat die Schließungspläne nicht nur abgewendet, sondern neue Perspektiven für das Unternehmen eröffnet. Die Belegschaft wurde von Beginn an aktiv eingebunden und hat auf breite Öffentlichkeit und Beteiligung gesetzt – hier hat der Betriebsrat vorbildlich agiert und gezeigt, was Mitbestimmung im Unternehmen leisten kann."Der Deutsche Betriebsräte-Preis wird jährlich vergeben. Eine hochkarätig besetzte Fachjury wählt die Preisträgerinnen und Preisträger aus rund 100 bundesweiten Einreichungen aus.
Gemeinschaftsleistung von Belegschaft und Management
Yves Weinberger, Betriebsratsvorsitzender am Brose-Standort Würzburg, zeigte sich hocherfreut über die Ehrung: "Ich bin unheimlich stolz auf unser Betriebsratsgremium und die gesamte Belegschaft hier am Standort. Ohne diesen loyalen Rückhalt und die lösungsorientierte Zusammenarbeit wäre dieser Erfolg im letzten Jahr schlicht nicht möglich gewesen. Mein Dank und Respekt gelten aber ausdrücklich auch den Verantwortlichen des Unternehmens vor Ort. Denn erfolgreiche Mitbestimmung ist keine Einbahnstraße – dazu gehören immer zwei: die Belegschaft und das Unternehmen." (pg/pm) +++