Hundehasser unterwegs?

Wer macht so etwas? - Hund im Garten vergiftet: "Moritz war unser Mittelpunkt"

Der vierjährige Jack-Russell-Terrier Moritz wurde offenbar in Heringen (Werra) vergiftet
Fotos: Anna Darmann

22.09.2026 / HERINGEN (W.) - Jedem Tierliebhaber stockt hier der Atem: Die Wut auf die Person, die den vierjährigen Jack-Russell-Terrier Moritz im Sommer in Heringen (Werra) im Landkreis Hersfeld-Rotenburg offenbar vergiftet hat, ist auch Wochen später greifbar. Zumal erneut Fälle von mutmaßlichen Vergiftungen von Hunden gemeldet wurden.



Für Liane Darmann und ihre Familie ist eine Welt zusammengebrochen. Nahezu rund um die Uhr war Moritz an der Seite von Liane, ihrer Tochter und ihrem Partner. Jetzt ist er nicht mehr da.

Ende Juli war Liane Darmann mit ihrem Hund im Garten und hat Äpfel gepflückt. Moritz war wie immer dabei, ist umhergesprungen, hat rumgespielt und sich auf seinen Platz gelegt. Um eine Besorgung zu erledigen, war die Frau für rund zehn Minuten unterwegs. Als sie zurückkam, sah sie Moritz zitternd, nervös und apathisch. Sofort nahm sie ihn und fuhr zur Tierärztin nach Hönebach (Wildeck). Diese verwies sie sofort an die Tierklinik im nordhessischen Kauffungen, gab Kühlakkus mit. In der Tierklinik wurde Moritz intensivmedizinisch versorgt. Zunächst konnten sie ihn beruhigen.

"Wir haben die ganze Zeit gehofft, dass er es schafft", sagt Darmann. Er bekam Infusionen. Sein Magen wurde entleert und die Ärzte fanden ein öliges, schwarzes, vergiftetes Schweinefleisch in seinem Magen. Zunächst konnten sie ihn stabilisieren, doch Moritz schafft es nicht und verstarb wenig später trotz Wiederbelebungsversuchen. Wut, Trauer und Schock bei der betroffenen Familie. Mit so etwas haben sie niemals gerechnet, er war doch noch so jung.

Schmandbecher mit vergiftetem Fleisch gefunden

Im Garten entdeckte Darmanns Partner wenig später einen Schmandbecher mit eben jenem vergifteten Inhalt. Sie haben den Becher gesichert und eingefroren. "Wer macht so etwas?", fragen Liane und ihre Familie. "Uns fehlen die Worte, es ist vor allem für die Kinder so schwer zu ertragen", sagt sie. Auch Wochen später steht ihnen der Verlust ins Gesicht geschrieben. "Ich komme ja aus der Landwirtschaft. Aber noch nie war die Bindung so eng wie zu Moritz. Er war mein erster Hund", schildert Darmann. Moritz hat kaum gebellt, war häufig mit unterwegs, etwa in der Baumschule. Alle, die ihn kannten, hätten ihn geliebt.

Neben den Vorwürfen, die sich Liane Darmann natürlich selbst macht, begreift sie nicht, wer dahintersteckt. Was hat Moritz dem möglichen Täter angetan? Was sind die Gründe für seine Tat? Sie hoffen, dass der Täter doch noch ermittelt wird, auch wenn dies ihren Jack-Russell-Terrier nicht zurückbringen wird.

Bürgermeister Daniel Iliev: "Es macht mich wütend"

Auch Bürgermeister Daniel Iliev ist entsetzt über die Vorfälle. Neben dem Jack-Russell-Terrier ist mutmaßlich ein weiterer Hund an einer Vergiftung am Werraufer verstorben. Ein weiterer Hund, welcher vermutlich im Bereich der Lindigstraße einen Giftköder gefressen hat, ringt um sein Leben. "Ich persönlich finde es schrecklich und mich macht es wütend, dass man scheinbar einen solchen Hass in sich trägt und den Tod bzw. schlimme Verletzungen von Hunden und generell Tieren billigend in Kauf nimmt. Selbst als Hundhalter kann ich nur zur Vorsicht aufrufen und darum bitten, Verdächtiges zu melden", sagt der Rathauschef. (Hans-Hubertus Braune) +++

Liane Darmann und ihre Familie trauern um ihren geliebten Moritz

Bürgermeister Daniel Iliev aus Heringen (Werra) ist wütend
Archivfoto: Carina Jirsch

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