Standing Ovations zum 200. Geburtstag
Uraufführung enthüllt die Strahlkraft des jungen Hugo Staehle
Fotos: Pianale gGmbH
22.09.2026 / FULDA -
Alinea-Quartett und Pianale-Preisträger Dongping Wang (Pianale 2022) begeisterten ihr Publikum mit eindrucksvollen Werken von Hugo Staehle am Sonntagnachmittag in der Aula der Alten Universität. Die neue Konzertreihe "Hommage – Fulda hört hin" rückt kulturelle und musikalische Themen in den Mittelpunkt, die eng mit der Stadt verbunden sind. Im zweiten Konzert würdigten das Alinea‑Quartett und Pianist Dongping Wang den Komponisten Hugo Staehle, der vor 200 Jahren in Fulda geboren wurde.
Warum es sehr zu bedauern ist, dass dieser Komponist und Zeitgenosse von Mendelssohn, Schumann und Spohr viel zu jung im Alter von nur 22 Jahren verstorben ist, erklärte die künstlerische Leiterin und Ideengeberin von "Hommage - Fulda hört hin" Uta Weyand in ihrer kurzen Begrüßung. Besonders an diesem Abend sei nicht nur, dass Staehles Streichquartett zur Welturaufführung kommen sollte und seine "Tre Scherzi" für Klavier ebenfalls nur äußerst selten aufgeführt worden seien. Der Reifeprozess zwischen seinem mit 16 Jahren komponierten Streichquartett und dem nur 5 Jahre später entstandenen Klavierquartett sei kaum zu begreifen.
Spannender Nachmittag
So begann Dongping Wang diesen spannenden Nachmittag mit den "Tre Scherzi" op. 4 für Klavier Solo. Drei äußerst charmante Stücke, welche in ihrer Manier sehr an Staehles Zeitgenossen erinnerten und ähnlichen Werken aus seiner Zeit, die weit mehr an Berühmtheit genießen, in keiner Weise nachstehen. Mit herzhafter Leichtigkeit gewann Dongping Wang, welcher 2022 bei der Pianale mit dem Steingraeber&Söhne-Preis sowie dem emcy-Preis ausgezeichnet worden war, das Publikum für Hugo Staehle und machte Lust auf mehr.Alinea‑Quartett begeistert mit eindrucksvoller Uraufführung
Das Alinea-Quartett, dessen Violinistin Fanny Anaïs Schell als Kind die Dalberg-Schule in Fulda besuchte, fesselte das Publikum mit einer lebhaften und eindrucksvollen Darbietung dieses bis dato völlig unbekannten Werkes. Die vier Musiker, Fanny Anaïs Schell, Mario Sögtrop, Justus Schimmer und David Fuchs, widmeten sich klar und mit großer Hingabe ihrer Verantwortung, ein Werk zur Uraufführung zu bringen und damit ihr Publikum von dem Werk eines nahezu vergessenen Komponisten zu überzeugen.