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Von der Kitaleitung zur Coachin

Raus aus dem Diät-Denken: Miriam Etzel (35) setzt auf Aha-Momente

Miriam Etzel ist Coachin für emotionales Essen.
Fotos: Erik Spiegel

24.09.2026 / EHRENBERG (RHÖN) - Wenn der Griff zum Teller mehr ist als die Antwort auf Hunger: Mit 13 Jahren machte sie ihre erste Diät, probierte später Shakes, Abnehmprogramme und zahlreiche weitere Methoden aus. Heute hilft Miriam Etzel aus Ehrenberg in der Rhön (Kreis Fulda) anderen Menschen dabei, ihre Beziehung zum Essen besser zu verstehen. Gegenüber OSTHESSEN|NEWS erklärt die Coachin: "Wir beenden das Gedankenkarussell und entwickeln gemeinsam einen Weg, der zum eigenen Alltag passt und langfristige Veränderung möglich macht."



"Emotionales Essen" - genau auf diesen Bereich hat sich die 35-Jährige spezialisiert. "Vor etwa einem Jahr habe ich meine Ausbildung zur Coachin begonnen. Seit Juni bin ich nun selbstständig." Ursprünglich kommt sie jedoch aus einem ganz anderen Berufsfeld. "Ich bin gelernte Erzieherin - und wollte meine pädagogische Arbeit mit meiner persönlichen Geschichte verbinden."

Das steckt hinter emotionalem Essen

Das Thema Gewicht begleitet Etzel schon lange. "Aus meiner eigenen Abnehmreise habe ich einige 'Aha-Momente' erleben können. Vor allem durch ein Coaching, das ich selbst in Anspruch genommen habe, wurden mir viele Zusammenhänge erst richtig bewusst." Sie erkannte, dass hinter dem Essverhalten weit mehr steckt als mangelnde Motivation oder fehlendes Wissen über gesunde Ernährung. Laut Etzel beschreibt emotionales Essen eine psychische Verknüpfung mit dem Essen. "Häufig spielen unerfüllte Bedürfnisse, frühere Erfahrungen oder erlernte Muster eine Rolle." Dadurch entstehe eine Art Kompensations- oder Schutzstrategie. "Viele Menschen greifen etwa in Stresssituationen automatisch zu Schokolade oder anderen Lebensmitteln, ohne wirklich zu hinterfragen, warum", sagt sie. "Das Essen erhält dabei einen emotionalen Wert."

Sinnvolle Strategien entwickeln

In ihrem Coaching geht es deshalb zunächst darum, die Ursachen hinter dem Verhalten zu finden. Je nach Angebot orientiert sich Etzel unter anderem an einem 10-Schritte-Programm. Es geht um das Beobachten, Reflektieren und Analysieren. Auch das Führen eines Tagebuchs kann unterstützend zum Einsatz kommen. "Diese Aha-Momente sind häufig der erste wichtige Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Veränderung", konstatiert die zertifizierte Coachin. Von einer therapeutischen Behandlung grenzt sie ihre Arbeit jedoch klar ab. "Ich begleite die Menschen und schaue gemeinsam mit ihnen auf ihre individuelle Situation." Statt auf starre Ernährungspläne, Willenskraft oder Disziplin zu setzen, liege der Fokus auf der sogenannten Identitätsebene. Ziel sei es, die emotionale Verknüpfung zum Essen aufzulösen und neue tragfähige Strategien zu entwickeln.

Wieder mehr Leichtigkeit im Alltag

Noch arbeitet Etzel ausschließlich online. Perspektivisch möchte sie aber einen Raum in ihrem Haus für persönliche Sitzungen einrichten: Ab Oktober gibt es erste Vor-Ort-Termine, Workshops und Vorträge sollen ebenfalls folgen. Über die eigenen Herausforderungen zu sprechen, koste oftmals großen Mut. Dabei seien deutlich mehr Menschen von dem Thema betroffen, als viele zunächst vermuten. "Das Wertvollste, was ich für mich erkannt habe, war, dass Essen und Abnehmen nicht mehr so viel Raum im Kopf einnehmen müssen." (mkr) +++

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