Kathrin Anders in Bad Soden-Salmünster

Rettungswache am Limit: DRK fordert endlich Planungssicherheit für Neubau

Lene Marie Jeckel, Notfallsanitäterin DRK Kinzigtal; Kathrin Anders, Bündnis 90/Die Grünen; Fabian Gastine, Vorstand DRK Kinzigtal, Christoph Nees, DRK-Wachenleiter von Bad Soden-Salmünster sowie Sabine Sitter, Kreisgeschäftsführerin DRK Kinzigtal.
Foto: DRK Kinzigtal e.V.

21.09.2026 / GELNHAUSEN - Die Frage nach dem geplanten Neubau der Rettungswache in Bad Soden‑Salmünster stand im Zentrum eines Gesprächs zwischen Landtagsabgeordneter Kathrin Anders (Bündnis 90/Die Grünen) und dem DRK Kinzigtal. Dabei ging es nicht nur um die Zukunft des Standorts, sondern auch um die wachsenden Anforderungen im Rettungsdienst sowie die Folgen des GKV‑Beitragssatz‑stabilisierungsgesetzes für die Finanzierung dringend benötigter Infrastruktur.



Gemeinsam mit Sabine Sitter, Vorsitzender des Vorstands und Kreisgeschäftsführerin des DRK Kinzigtal, sowie Fabian Gastine, Vorstand und Leiter Rettungsdienst, informierte sich Kathrin Anders über die aktuelle Situation am Standort. Bei einem Rundgang durch die bestehenden Räumlichkeiten verschaffte sich die Abgeordnete einen Eindruck von den Bedingungen vor Ort. Dabei wurde deutlich, dass die Wache den heutigen Anforderungen nur noch eingeschränkt gerecht wird und erheblicher Modernisierungs- und Anpassungsbedarf besteht.

Bereits seit längerem plant das DRK Kinzigtal den Neubau einer Rettungswache in Bad Soden-Salmünster. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 3,4 Millionen Euro soll den gestiegenen Anforderungen im Rettungsdienst Rechnung tragen. Während früher vier Einsatzkräfte an dem Standort tätig waren, versehen dort heute zehn Einsatzkräfte ihren Dienst. Hinzu kommen Auszubildende. Auch die wachsenden Einsatzzahlen machen zusätzliche Kapazitäten und zeitgemäße Arbeitsbedingungen erforderlich.

Rettungswache in Bad Soden-Salmünster zukunftsfähig aufstellen

Aktuell ist die Umsetzung des Neubaus jedoch ungewiss. Hintergrund sind die Auswirkungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes auf die Finanzierung des Rettungsdienstes. Nach Angaben des DRK verweigern die Krankenkassen derzeit unter Verweis auf das Gesetz Gespräche über die Finanzierung von Neubauten von Rettungswachen. Damit werden weitere konkrete Planungen faktisch verhindert. "Wir wollen und müssen die Rettungswache in Bad Soden-Salmünster zukunftsfähig aufstellen. Im Moment fehlt uns jedoch die Möglichkeit, mit den Krankenkassen über die Finanzierung eines Neubaus zu sprechen", sagt Fabian Gastine. "Das bremst jede weitere Planung aus, obwohl der Bedarf vor Ort eindeutig vorhanden ist."

Für Kathrin Anders ist der direkte Austausch mit den Akteuren vor Ort entscheidend, um die Auswirkungen gesetzlicher Regelungen auf die Versorgung einschätzen zu können. "Die Erfahrungen aus der Praxis müssen in die weiteren politischen Diskussionen einfließen", sagte die Landtagsabgeordnete. Auch Sabine Sitter betonte die Bedeutung einer langfristig tragfähigen Infrastruktur. Die Anforderungen an den Rettungsdienst veränderten sich stetig. Entsprechend müssen Strukturen geschaffen und angepasst werden, damit auch künftig eine verlässliche Versorgung der Menschen sichergestellt werden könne. Das DRK hob zudem hervor, dass sich der Main-Kinzig-Kreis gemeinsam mit den Beteiligten um tragfähige Lösungen für die Zukunft des Standorts bemüht.

Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass für die weitere Entwicklung des Standorts verlässliche Rahmenbedingungen und klare Perspektiven für notwendige Investitionen erforderlich sind. Gemeinsam soll darauf hingewirkt werden, dass die derzeit bestehenden Hürden für die weitere Planung und Finanzierung des Neubaus überwunden werden können. (mis/pm) +++

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