O|N-Arzt Dr. Böhm klärt auf
Sinkende Temperaturen, steigende Infekte: Das hilft bei der Erkältungswelle
Symbolfoto: pixabay
21.09.2026 / REGION -
Der Sommer 2026 war ungewöhnlich heiß. In Osthessen wie in der gesamten Bundesrepublik ächzten die Menschen unter den hohen Temperaturen und suchten schattige Plätze und Abkühlung. Mit den sinkenden Temperaturen im September verbringen nun viele Menschen wieder mehr Zeit in Innenräumen. Damit beginnt auch wieder die Zeit der Erkältungen und Atemwegsinfekte in Deutschland.
Das kann in der Erkältungszeit helfen
Die Corona-Pandemie liegt mittlerweile allerdings einige Jahre zurück. Viele der damals besonders präsenten Regeln zum Schutz vor Atemwegsinfektionen sind aber weiterhin sinnvoll. Dazu gehören eine gute Handhygiene, Abstand zu Erkrankten und insbesondere zum Schutz besonders gefährdeter Menschen situationsabhängig auch das Tragen einer Maske. Wer selbst krank ist, sollte nach Möglichkeit zu Hause bleiben, um andere nicht anzustecken und dem eigenen Körper Zeit zur Erholung zu geben.Impfschutz vor Grippewelle – Impfung im Herbst
Eine der wichtigsten Waffen der Medizin im Kampf gegen schwere Atemwegsinfektionen sind Impfungen. Besonders relevant für die kommende Erkältungs- und Infektsaison sind die Impfungen gegen die echte Virusgrippe, die sogenannte Influenza, gegen COVID-19 und gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). Allerdings werden diese Impfungen nicht allen Menschen gleichermaßen empfohlen. Gerade bei COVID-19 haben sich die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) 2026 verändert. Für gesunde Erwachsene besteht keine allgemeine Empfehlung mehr, eine COVID-19-Basisimmunität durch Impfungen oder Infektionen aufzubauen.Da der Impfschutz rechtzeitig vor der Grippewelle aufgebaut sein sollte, wird die Impfung in der Regel im Herbst durchgeführt. Auch gegen RSV gibt es mittlerweile eine Impfung für ältere Menschen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige RSV-Impfung für alle Menschen ab 75 Jahren. Für Menschen zwischen 60 und 74 Jahren wird sie empfohlen, wenn aufgrund einer schweren Grunderkrankung ein deutlich erhöhtes Risiko für einen schweren RSV-Verlauf besteht oder sie in einer Pflegeeinrichtung leben. Die RSV-Impfung ist nach aktuellem Stand keine jährlich zu wiederholende Impfung. Auch Säuglinge können vor schweren RSV-Erkrankungen geschützt werden. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um eine klassische Impfung: Neugeborene und Säuglinge sollen in ihrer ersten RSV-Saison eine passive Immunisierung mit dem monoklonalen Antikörper Nirsevimab erhalten. Dadurch stehen dem Kind unmittelbar Antikörper gegen RSV zur Verfügung.