Demokratie über die Kunst erlernen

Ausstellung "Der rote Faden" eröffnet - Wigbertschüler stellen aus

Volles Haus herrschte bei der Vernissage zur  Ausstellung "Der Rote Faden", die von Kulturbeauftragter Martina Sauerbier und  Schulleiterin Sandra Möllers (von rechts) eröffnet wurde.
Fotos: Stadt Hünfeld

18.09.2026 / HÜNFELD - Eine besondere Ausstellung ist im Museum Modern Art eröffnet worden: 57 Kunstwerke von Schülern der Jahrgangsstufen 5, 9, 11 und 12 der Wigbertschule sind noch bis 8. November ausgestellt. Die Schüler haben dabei teils innerste Gedanken oder einschneidende Erlebnisse zu Objekten oder ausdrucksstarken Fotografien werden lassen. Die Ausstellung soll vor allem dazu einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen.



"Jedes Werk in dieser besonderen Ausstellung erzählt eine kleine Geschichte darüber, wie Ideen entstehen, wie sie sich wandeln und wie sie am Ende zu einem Bild, einer Fotografie oder einer räumlichen Stille werden. Der rote Faden zeigt dabei den Weg oder auch den Knoten im Kopf, der festhält oder sich löst, Ich bin zutiefst beeindruckt vom Mut der Schüler, die sich so offen künstlerisch ausgedrückt haben", sagte Schulleiterin Sandra Möllers in ihrer Laudatio.

Kunstunterricht sei wichtig für das Demokratielernen, denn er fordere dazu auf, genau hinzusehen, sich selbst und die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und sich mit anderen Sichtweisen auseinanderzusetzen, so Möllers. Ein großes Dankeschön ging an die Kunstlehrerinnen Dr. Anja Dorst und Agata Szymanowska-Liebeck, die die Schüler sowohl behutsam als auch herausfordernd während der Entstehungsphase der Kunstwerke begleitet hatten. Ein Dank ging ebenfalls an das Museum Modern Art, das den Schülern die Möglichkeit böte, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Auch die Schüler selbst kamen zu Wort. "Schauen Sie hin, finden Sie etwas, das Ihnen gefällt, und etwas, das Ihnen gar nicht gefällt, und sprechen Sie miteinander darüber. Denn am Ende geht es nicht nur um die Fäden und um die Kunstwerke, sondern darum, dass wir bereit sind, diese Unterschiede auszuhalten und darüber ins Gespräch zu kommen", fassten Leon Kolbe, Amilia Scholz und Mathilda Franke zusammen. Kunstlehrerin Agata Szymanowska-Liebeck freute sich sehr darüber, dass die Schüler im Museum Modern Art ausstellen dürfen. "Das Entstehen der Werke war herausfordernd, denn es hat eine Weile gebraucht, bis die Schüler sich öffneten und ihre Gefühle oder innersten Gedanken zu einer Form werden ließen", erzählt sie.

Szymanowska-Liebeck habe beobachtet, dass sich die Schüler während der Vernissage gegenseitig ihre Werke erklärt hätten. "Es ist wichtig, dass man darüber redet und sich mit seiner eigenen Meinung und der des Anderen auseinandersetzt", so die Kunstlehrerin. Marie, die aktuell die Jahrgangsstufe 12 besucht, hat ein Herz aus Draht und Latex kreiert. "Die roten Fäden, mit denen das Herz befestigt ist, zeigen einerseits die innere Zerrissenheit und andererseits auch wieder Stabilität", so die Schülerin.

Es sei eine Ehre für sie und alle anderen Schüler, im Museum ausstellen zu dürfen, betont sie. "Kunst lebt von Dialog, unterschiedlichen Blickwinkeln und der Bereitschaft, eigene Gedanken sichtbar zu machen. Die Schüler haben mit Engagement, Kreativität, und einer großen Portion Mut ihre Arbeiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht", betonte Kulturbeauftragte und Erste Vorsitzende des Stiftungsbeirates Museum Modern Art, Martina Sauerbier. Die Objekte und Fotografien der Schüler können käuflich erworben werden. Elf Kunstwerke sind bereits verkauft worden. Preise und Namen der jeweiligen Künstler sind auf Infotafeln aufgeführt. (pm/jk) +++

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