Überraschende Wende!

Appenrod und Maulbach feiern 2028 jeweils 875 Jahre

(v.l.) Thomas Reichhardt, Michael Rotter, Markus Haumann, Steffen Luft, Lena Greis, Christian Seng, Dr. Wolfgang Seim und Kevin Reichhardt
Foto: Stadt Homberg (Ohm)/Justus.

19.09.2026 / HOMBERG (OHM) - Ein Treffen in der vergangenen Woche von Archivbeauftragten, Ortsvorstehern und der Verwaltung bringt Gewissheit: Beide Ortsteile wurden nach neuester wissenschaftlicher Bewertung im Jahr 1153 erstmals urkundlich erwähnt. Die Jubiläen im Jahr 2028 werden mit jeweils eigenen Festprogrammen gestaltet – ein gemeinsamer Grenzgang soll die beiden Nachbarorte dabei festlich verbinden.



Die Geschichtsbücher der Region müssen umgeschrieben werden. Was bisher als historische Gewissheit galt, wurde bei einem wegweisenden Treffen im Rathaus auf den Prüfstand gestellt und neu definiert. Die überraschende Erkenntnis: Die beiden benachbarten Ortsteile Appenrod und Maulbach teilen sich exakt dasselbe Jahr der urkundlichen Ersterwähnung. Im Jahr 2028 steht für beide Dörfer das stolze 875-jährige Jubiläum an. Dieses besondere Ereignis wird in beiden Ortsteilen mit individuellen Akzenten gefeiert, um den jeweiligen Besonderheiten gerecht zu werden.

Neue wissenschaftliche Standards setzen Ersterwähnung auf 1153

Bislang ging man in der Geschichtsschreibung davon aus, dass Appenrod im Jahr 1328 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Für Maulbach stand lange Zeit das Jahr 1146 oder 1150 im Raum. Doch die moderne historische Forschung legt heute strengere Maßstäbe an.

Wie der ehrenamtliche Archivbeauftragte Dr. Wolfgang Seim im Rahmen des Treffens erläuterte, gilt in der modernen Archivpflege das Prinzip, den "spätesten zugesicherten Zeitpunkt" für eine Ersterwähnung anzusetzen. Nach dieser fundierten Neubewertung der historischen Quellen steht nun fest: Für beide Ortsteile ist das Jahr 1153 das wissenschaftlich gesicherte Datum der Ersterwähnung. Für das Jahr 2028 bedeutet dies eine historische Punktlandung für beide Dörfer: Sie blicken dann auf eine stolze 875-jährige Geschichte zurück.

Individuelle Festprogramme und ein verbindender Grenzgang

Um die Weichen für das Jubiläumsjahr zu stellen, kamen die Archivbeauftragten Dr. Seim und Herr Reichhardt, die Ortsvorsteher von Appenrod und Maulbach, Herr Seng und Herr Luft, der stellvertretende Maulbacher Ortsvorsteher Kevin Reichhardt, Stadtrat Herr Rotter sowie Herr Haumann und Frau Greis von der zuständigen Archivverwaltung zusammen.

Schnell war man sich einig, dass dieses historische Ereignis gebührend gewürdigt werden soll. Um den Bürgerinnen und Bürgern beider Orte die Möglichkeit zu geben, die eigene Geschichte und Identität ganz intensiv zu erleben, werden die Veranstaltungen in den jeweiligen Ortsteilen individuell gestaltet. So kann jedes Dorf sein eigenes, maßgeschneidertes Festprogramm auf die Beine stellen.

Die enge Verbundenheit der beiden Nachbargemeinden soll dabei aber keineswegs zu kurz kommen: Als verbindendes und verbindendes Element zwischen den beiden Jubiläumsgemeinden ist ein gemeinsamer Grenzgang fest im Gespräch. Diese traditionelle Wanderung entlang der Gemarkungsgrenze soll die hervorragende Nachbarschaft symbolisieren und die Menschen beider Orte zu einem großen Gemeinschaftserlebnis zusammenbringen.

Chroniken halten die Geschichte fest

Ein besonderes Highlight für alle Geschichtsinteressierten ist die schriftliche Aufarbeitung der jeweiligen Dorfgeschichten. Während für den Ortsteil Maulbach bereits seit einigen Jahren eine umfassende Dorfchronik vorliegt, arbeitet derzeit ein engagiertes Team mit Hochdruck an einem eigenen Werk für Appenrod. Pünktlich zum Jubiläumsjahr 2028 soll die neue Appenröder Chronik fertiggestellt sein und zum Erwerb bereitstehen, um die spannende und nun neu datierte Geschichte des Ortsteils für kommende Generationen festzuhalten. (nia/pm) +++

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