Stellwerk nicht besetzt

Bahnreisende warten mitten in der Nacht drei Stunden auf Ersatzbus

In Steinau warteten mehrere Bahngäste stundenlang auf ihren Ersatzbus.
Symbolfoto: Pixabay

17.09.2026 / STEINAU/STR. - "Bahnreisende sind ja Kummer gewohnt" - mit diesen Worten richtete sich ein O|N-Leser in der Nacht von Montag zu Dienstag in einer Zuschrift an unsere Redaktion. Der Grund: Er wartete zu diesem Zeitpunkt bereits eine ganze Weile vergeblich auf die Weiterfahrt seines Zuges. Erst drei Stunden später, gegen 1:40 Uhr, erreichte der Ersatzbus die Haltestelle.



"Ab etwa 22 Uhr wurde der Bahnverkehr zwischen Fulda und Hanau unterbrochen - kein Stellwerkspersonal. Die Bahn versprach an den Anzeigen in Fulda und mittels Durchsagen, dass ab Steinau ein Schienenersatzbus führe. Nur kam da keiner", schrieb der Leser. "Passiert war auch nach Mitternacht noch nichts. Man stelle sich mal vor, es wäre ein Notfall auf der Autobahn. Ob sich da auch niemand kümmern würde?", heißt es weiter.

Auch nachdem der Bus drei Stunden verspätet ankam, hörte das Chaos zunächst noch nicht auf. "Alles völlig unorganisiert, der Fahrer musste sich über seine Leitstelle erst den Fahrauftrag erbitten", schrieb der Leser. OSTHESSEN|NEWS hat bei der Deutschen Bahn nachgefragt, wieso es zu diesem Ausfall kam.

"Kurzfristige Krankmeldung"

"Es ist richtig, dass das Stellwerk Gelnhausen krankheitsbedingt von 22 bis 2 Uhr nicht besetzt war. Es handelte sich um eine kurzfristige Krankmeldung, die uns auch erst am späten Nachmittag erreicht hat. DB Regio hat darauf umgehend sechs Busse für einen Ersatzverkehr bestellt, die im Pendelverkehr eingesetzt wurden", schrieb eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Doch wieso kam der Bus denn nun nicht? "Leider kam es hierbei zu einem Missverständnis, so dass die Busse erst später für unsere Fahrgäste zur Verfügung standen. Es tut uns sehr leid, dass es zu diesen Unannehmlichkeiten und Fahrtzeitverlängerungen für unsere Fahrgäste kam. Dafür können wir uns nur entschuldigen", heißt es weiterhin.

Die Deutsche Bahn merkte zudem an, dass man sich bei Fragen und Anmerkungen jederzeit an den "Kundendialog" wenden könne unter der Telefonnummer 0621-830-1200. "Das Team nimmt Lob, Anregungen und Kritik rund um den Nahverkehr entgegen und kümmert sich - sofern sie machbar sind - um die Umsetzung von Verbesserungsvorschlägen", heißt es auf der Website der DB hierzu. Einen Versuch ist es also wert. (pg) +++


Archivfoto: O|N / Marvin Myketin
Die Bahn bestätigte, dass das Stellwerk nicht besetzt gewesen sei.
Archivfoto: O|N / Marvin Myketin

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