Wer künftig bessere Noten braucht
Strengere Aufnahmebedingungen für Fachoberschulen geplant
Für einen Teil der Schüler könnten ab dem kommenden Schuljahr strengere Voraussetzungen für die Aufnahme an einer Fachoberschule gelten. Entsprechende Planungen hat das Staatliche Schulamt den Schulleitungen bereits mitgeteilt.
Symbolfoto: Pixabay
16.09.2026 / FULDA -
Für einen Teil der Schüler könnten ab dem kommenden Schuljahr strengere Voraussetzungen für die Aufnahme an einer Fachoberschule gelten. Entsprechende Planungen des hessischen Kultusministeriums hat das Staatliche Schulamt Fulda den Schulleitungen bereits mitgeteilt. Wer weder die Versetzung in die gymnasiale Oberstufe noch einen qualifizierenden Realschulabschluss vorweisen kann, muss demnach bessere Noten in Deutsch, Mathematik und Englisch mitbringen als bislang.
Das bestätigte Marion VanCuylenburg, Leiterin des Staatlichen Schulamtes, auf OSTHESSEN|NEWS-Anfrage. Die Planungen stünden "im Gesamtzusammenhang der Stärkung der dualen Berufsausbildung in Hessen", erklärte VanCuylenburg. Noch seien allerdings nicht alle Details abschließend festgelegt.
Nach derzeitigem Stand soll sich für Schüler, die in die gymnasiale Oberstufe versetzt wurden oder einen qualifizierenden Realschulabschluss besitzen, nichts ändern. Diese Voraussetzungen sollen auch künftig für die Aufnahme ausreichen. Strenger werden die Regeln voraussichtlich für Bewerber, die keinen dieser beiden Nachweise erbringen können. Für sie sollen die Eingangsvoraussetzungen auf mindestens die Note 3 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch angehoben werden. Darüber hinaus müssen die Noten in allen übrigen Fächern in diesem Fall mindestens einen Durchschnitt von 3,3 ergeben.
Bildungswege werden nicht verbaut - Neuregelung kann sogar Zeit sparen
VanCuylenburg betont zugleich aber: "Wichtig ist, dass mit dieser Änderung keinesfalls Bildungswege verbaut werden." Vielmehr sollen Jugendliche, die die neuen Voraussetzungen nicht erfüllen, zunächst direkt nach ihrem mittleren Abschluss eine Berufsausbildung beginnen können. Bislang hätten betroffene Schüler häufig zunächst zwei Jahre lang die Fachoberschule besucht und anschließend eine dreijährige Berufsausbildung begonnen. Künftig könnten sie stattdessen unmittelbar nach dem mittleren Abschluss in eine Ausbildung einsteigen. Bei entsprechenden Leistungen bestehe anschließend die Möglichkeit, die einjährige Fachoberschule zu besuchen und auf diesem Weg die Fachhochschulreife zu erwerben.
Nach Rechnung des Schulamtes könnten Jugendliche auf diesem Weg sogar Zeit sparen: Ausbildung und anschließende einjährige Fachoberschule würden insgesamt vier Jahre dauern, während der bisher beschriebene Weg über die zweijährige Fachoberschule und eine anschließende dreijährige Ausbildung fünf Jahre beansprucht.
Noch offen ist, wie die endgültige Regelung im Detail aussehen wird. Klar ist bislang, dass die Planungen den Schulleitungen bereits mitgeteilt wurden. Eine generelle Vorgabe, wonach künftig alle FOS-Bewerber in Deutsch, Mathematik und Englisch mindestens die Note 3 benötigen, ist nach Angaben des Staatlichen Schulamtes jedoch nicht vorgesehen. Die verschärften Notenvorgaben sollen ausschließlich für diejenigen gelten, die weder die Versetzung in die gymnasiale Oberstufe noch einen qualifizierenden Realschulabschluss nachweisen können. (ms) +++