"Es sind wahre Schätze"
Immer ein Motiv wert: Dahliengarten begeistert mit blühenden Schönheiten
Margit Malkmus aus Bebra (Kreis Hersfeld-Rotenburg) ist eine der vielen Besucherinnen des Dahliengartens in Fulda.
Fotos: Maria Franco
16.09.2026 / FULDA -
Hinter hohen Mauern scheint die Hektik des Alltags zu verblassen: Mitten im barocken Altstadtviertel liegt einer der farbprächtigsten Orte Fuldas. Der Dahliengarten hat sich dabei längst zu einer festen Anlaufstelle für Gartenliebhaber, Spaziergänger und Hobbyfotografen entwickelt. Auch Margit Malkmus aus Bebra (Kreis Hersfeld-Rotenburg) zieht es als Besucherin immer wieder hierher: "Hier halte ich mich gerne auf, genieße die besondere Atmosphäre und den herrlichen Blick auf den Dom. Das Gesamtbild stimmt - und es gibt jedes Mal wunderschöne Fotomotive."
Auf 1.600 Quadratmetern entfaltet sich Jahr für Jahr ein beeindruckendes Blütenspektakel. Entstanden ist der Dahliengarten im Zuge der ersten Landesgartenschau 1994. Seit den Anfängen begleitet auch Gärtnerin Christine Euler die Entwicklung der Anlage. Die Mitarbeiterin der Stadt Fulda ist Expertin auf diesem Gebiet. Die Dahlie ist eine als Königin des Herbstes bekannte Pflanze. An Faszination hat sie bis heute nichts verloren.
Gegenüber OSTHESSEN|NEWS erklärt die Dahlien-Spezialistin: "Mich begeistert vor allem ihre enorme Vielfalt. Weltweit gibt es weit mehr als 2.000 Sorten, von denen wir hier natürlich nur einen Bruchteil zeigen können. Formen, Farben, Größen sind so unterschiedlich wie bei kaum einer anderen Blume."
Immer wieder neue Akzente
Rund 60 verschiedene Sorten mit insgesamt knapp 500 Pflanzen kommen zum Vorschein. Euler bringt dabei stets neue Akzente ein. "Ich integriere immer vier bis fünf neue Sorten", sagt sie. So etwa die Hirschgeweih-Dahlie ("Coriallo Furioso"), die Balldahlie oder die Semi-Kaktusdahlie "Satellite". Die prachtvollen Blumen verlangen allerdings viel Aufmerksamkeit. "Regelmäßiges Anbinden und das Entfernen verwelkter Blüten gehören zur Pflege dazu, aber der Aufwand lohnt sich. Die Dahlien sind wahre Schätze."
Extreme Hitzewelle setzt Pflanzen zu
Auch der außergewöhnlich heiße Sommer hat an diesem Ort spürbare Auswirkungen gehabt. "Einige Dahlien sind in ihrer Entwicklung deutlich hinter dem üblichen Stand zurückgeblieben", konstatiert die 65-Jährige. "Jetzt beginnen sie erst richtig zu blühen, was eigentlich schon etwas spät ist. Manche Pflanzen sind gar nicht erst gewachsen oder deutlich kleiner geblieben. Die Ausfälle waren durchaus spürbar." Wie lange der ganze Blütenzauber noch anhält, hängt von den kommenden Witterungsbedingungen ab. Die Hauptblütezeit erstreckt sich normalerweise über September und Oktober bis zum ersten Frost. "Nun bleibt abzuwarten, wie sich das Wetter entwickelt."
Staunen und genießen
Trotz der schwierigen Bedingungen haben die Dahlien nichts von ihrer Strahlkraft verloren. Entsprechend herrscht zwischen den Beeten reges Treiben. "Irgendwo wird immer fotografiert, sei es mit dem Handy oder der Kamera", stellt Euler schmunzelnd heraus. Während die Dahlien-Fachfrau alles auf Vordermann bringt, bleibt oftmals das ein oder andere Gespräch nicht aus. "Viele teilen ihre Begeisterung für diese Pflanzen oder holen sich Inspirationen für den eigenen Garten. Der Austausch macht wirklich Spaß." Und eines verbindet am Ende nahezu alle Besucher: Jeder nimmt ein Foto und eine schöne Erinnerung mit nach Hause. (Maria Franco) +++