150 Einsatzkräfte vor Ort

Anspruchsvolle Verkehrsunfallübung: Zerstörte Fahrzeuge, zahlreiche Verletzte

Über 150 Einsatzkräfte nahmen in Alsfeld an einer Verkehrsunfallübung teil.
Fotos: Carsten Schmidt

14.09.2026 / ALSFELD - Es war sicherlich eine der anspruchsvollsten Übungen im Bereich Alsfeld (Vogelsbergkreis) der letzten Jahre, die sich Notfallsanitäter Mathis Kruse ausgedacht hatte. Ziel der Übung war es, nicht nur die Feuerwehr, sondern auch den Rettungsdienst und die DRK-Kreisverbände vor eine herausfordernde Aufgabe zu stellen.



Für die Übung wurde bereits am Freitagmittag die Straße zwischen den Alsfelder Ortsteilen Reibertenrod und Schwabenrod gesperrt. Zahlreiche Unfallfahrzeuge, die zuvor auf dem Firmengelände der Firma Gorsler realistisch verformt worden waren, fanden ihren Platz auf der Straße. Dazwischen standen mehrere Pkw und zwei Lkw, um das Szenario noch authentischer zu gestalten. Zahlreiche Mimen fanden sich währenddessen vor der Übung ein, um von der Mimengruppe des DRK-Kreisverbandes Lauterbach realistisch geschminkt zu werden.

Pünktlich um 17:30 Uhr startete die Übung. Das ersteintreffende Fahrzeug war das Tragkraftspritzenfahrzeug aus Schwabenrod. Die Einsatzkräfte begannen sofort mit der Betreuung der zahlreichen Verletzten. Als Alarmstichwort war ein sogenannter H-Klemm 2 Y vorgesehen, der eine größere Anzahl eingeklemmter Personen bezeichnet, sowie ein MANV 30, was eine Lage mit bis zu 30 Verletzten beschreibt.

Große Zahl an Einsatzkräften nahm teil

Neben dem Rettungsdienst Mittelhessen und der Feuerwehr Alsfeld kamen zahlreiche weitere Einheiten aus dem Katastrophenschutz zum Einsatz. So unter anderem die Feuerwehren Ulrichstein und Lautertal, die Fahrzeuge des Landkreises zum Einsatz brachten. Natürlich durften auch die Rotkreuzeinheiten der Kreisverbände Alsfeld und Lauterbach nicht fehlen. Auch die Bergwacht Schotten war mit von der Partie. Die Notärztinnen Susanne Klass und Juliana Halbmeyer machten sich ebenso auf den Weg wie die leitenden Notärzte Manfred Haas und Dennis Humburg. Henning Schmehl stand als Organisatorischer Leiter Rettungsdienst zur Verfügung.

Unter den Augen von Nils Freitag, Mathis Kruse und Carsten Schmidt, die als Übungsbeobachter teilnahmen, galt es, Patienten zu sichten, Prioritäten festzulegen, diese mit hydraulischem Rettungsgerät zu befreien und die Abtransporte zu organisieren. Angelika Schäfer, die die Alsfelder Stadtpolitik vertrat, zeigte sich beeindruckt von der Leistung der ehrenamtlichen Retter. Auch Kreisbrandinspektor Marcel Büttner machte sich ein Bild von der Lage.

Der Kreis der Gäste wurde bewusst klein gehalten, da weder der genaue Ort noch das konkrete Szenario den Beteiligten der Übung bekannt waren.

Schlussendlich hatte Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer rund 150 Einsatzkräfte zu koordinieren. Insgesamt galt es, 21 Verletzte zu versorgen und teilweise aus sechs zerstörten Pkw zu befreien. Hinzu kam eine Reihe unbeteiligter Personen, die den Einsatz bewusst störten, um das Stresslevel für die Einsatzkräfte zusätzlich zu steigern.

Etwa eine Stunde nach Übungsbeginn waren alle Personen befreit. Parallel zur Arbeit der Feuerwehr hatte die weißen Einheiten des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes alle Hände voll zu tun, um die Patienten zu stabilisieren und möglichst zügig abzutransportieren.

Fiktive Zielklinik war in diesem Fall das Alsfelder Feuerwehrhaus. Dort fand im Anschluss die Nachbesprechung statt. Für das leibliche Wohl sorgte der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Alsfeld-Mitte 1854, der den Imbiss für die rund 150 Einsatzkräfte und Beteiligten sponserte.

Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig das Zusammenspiel von Feuerwehr, Rettungsdienst, DRK, Katastrophenschutz und weiteren Einheiten ist – gerade dann, wenn viele Verletzte gleichzeitig versorgt und mehrere Einsatzstellen parallel abgearbeitet werden müssen. (pg/pm) +++

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