600 Fans feiern die Handballer

Handball-Krimi im Hexenkessel: TVH gewinnt die Regionaliga-Premiere

Der Überragende Julian Ley führte den TV Hersfeld mit seinen Toren zum Heimsieg gegen den TV Hüttenberg U23
Fotos: André Söllner

13.09.2026 / BAD HERSFELD - Manch älterer Zuschauer dürfte sich an die glorreichen Zeiten des TV Eitra in der Hersfelder Geistalhalle zurückerinnert haben. Lange ist es her, dass die Geistalhalle in Bad Hersfeld eine solch bärenstarke Stimmung, ein solch mitreißendes Handballspiel von gut 600 Fans erlebt hat.



Am Samstagabend lieferten die Jungs vom TV Hersfeld in ihrem Spiel in der Regionalliga Hessen ein wahres Spektakel ab. Allen voran Linksaußen Julian Ley begeisterte die Fans und riss sie in der Schlussphase von ihren Sitzen. Am Ende der 60 intensiven Minuten stand ein knappes und verdientes 28:27 (13:10) auf der Anzeigetafel.

Spieler und Fans lagen sich in den Armen, feierten den ersten Sieg im ersten Spiel in der Regionalliga Hessen. Der Aufsteiger führte lange Zeit, bis die U23 vom Handball-Zweitligisten TV Hüttenberg eine zum Glück nur recht kurze Schwächephase der Gastgeber nutzte und die Partie Mitte der zweiten Halbzeit von 19:14 auf 23:24 drehte.

Bis dahin zeigte der TVH eine starke Leistung. Die 3-2-1-Defensive stand insbesondere in der ersten Halbzeit sicher und ließ nur wenig zu, und nach vorne rollte der TVH-Express, angetrieben von den Zuschauern. Einziges Manko: Manch Balleroberung wurde zu schnell mit weiten Würfen abgeschlossen. "Hüttenberg hat sich in der zweiten Halbzeit besser auf uns eingestellt, dann haben wir umgestellt", sagte Hersfelds sichtlich zufriedener Trainer Michael Stock nach der aufregenden Partie. "Ich denke, wir sind gleich angekommen. Das war ein Spiel für die Zuschauer", sagte der Coach gegenüber OSTHESSEN|NEWS.

Insbesondere die Schlussphase hatte es in sich: Die Führung wechselte nun ständig, beide Mannschaften gaben Vollgas. Alles war drin: Zeitstrafen, gehaltene Strafwürfe und vorne sorgten Ley mit seinem zehnten Treffer und 35 Sekunden vor Spielende Lasse Reinhardt mit aller Wucht und Dynamik für die entscheidenden Tore. Auch die letzten 17 Sekunden nach einer Auszeit der Gäste überstanden die Gastgeber und ließen sich anschließend völlig zu Recht von ihren Fans feiern.

TV Hersfeld: Sauerbier (1), Bachus (1), Lüder (2), Ley (10), Noah Hüter (2), Becker, Kürten, Wiegel (3:3), Fynn Reinhardt (1), Kümmel, Lasse Reinhardt (7), Rehberg, Mudrak

TV Hüttenberg U23: Stanekwitz, Nadzik, Schäfer (1), Theiß, Franz, Kraft (5), Knop, Wrackmeyer (7), Misch (5), Wagner, Landenfeld (2), Eichhorn, Strödter (2), Manfraß, Schäfer, Wehrum

Schiedsrichter: David Hoffelner und Andre Sussmann
Zuschauer: 600
Zeitstrafen: 6/8 Minuten. (Hans-Hubertus Braune) +++

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