Akropolis, Fuji und Tisch & Küche

Schon wieder Schließungen: Der ewige Kampf gegen der Leerstand in der Stadt

Drei bekannte Adressen, drei Schließungen: In Bad Hersfeld wird die Diskussion über Leerstände damit einmal mehr neu angefacht.
Fotos: Marvin Myketin/Constantin von Butler

12.09.2026 / BAD HERSFELD - Schon wieder hängen sie da: "Wir schließen", "Wir sagen Danke", "Zu vermieten". In Bad Hersfeld trifft es diesmal gleich drei bekannte Adressen. Fuji Asia Fusion Küche & Sushi Bar macht Ende September zu, Tisch & Küche in der City Galerie schon Mitte des Monats. Und beim Akropolis in der Johannesstraße ist inzwischen klar: Dort wird es kein Comeback mehr geben.



Bei Fuji ist nach sieben Jahren Schluss. "Wir haben uns immer auf eure Besuche gefreut. Vielen lieben Dank für die Unterstützung", heißt es dort. Tisch & Küche verabschiedet sich ebenfalls von seinen Kunden. Beim Akropolis hängt inzwischen nur noch: "Restaurant zu vermieten".

Drei Schließungen, drei völlig unterschiedliche Fälle. Die lassen sich nicht einfach zusammenwerfen. Warum ein Restaurant aufhört, kann ganz andere Gründe haben als bei einem Geschäft in der City Galerie. Trotzdem nervt das Bild langsam. Hier macht etwas auf, dort ist kurz darauf wieder Schluss. Und jedes Mal bleibt eine weitere leere Fläche zurück.

Das Problem gibt es überall

Bad Hersfeld ist damit nicht allein. Innenstädte haben es seit Jahren schwer. Viel wird online gekauft, Kosten sind gestiegen, bei vielen sitzt das Geld nicht mehr so locker. Und wer einen Laden jahrelang geführt hat, findet nicht automatisch jemanden, der ihn übernimmt.

Die Stadt versucht, gegenzusteuern. Es gibt ein Leerstandsmanagement, Kontakte zu Eigentümern und Interessenten und verschiedene Fördermöglichkeiten. Auch Pop-up-Läden und Projekte über "Zukunft Innenstadt" gehören dazu. Mehr geht aber irgendwann nicht. Die Stadt besitzt die meisten Flächen nicht. Sie kann keinen Vermieter zwingen, mit der Miete runterzugehen. Und sie kann auch niemanden dazu bringen, in Bad Hersfeld ein Geschäft aufzumachen.

Ohne Kunden geht es eben auch nicht

Und ja: Auch wir selbst haben damit zu tun. Man kann sich über Leerstände ärgern und zwei Stunden später den nächsten Einkauf im Internet bestellen. Beides zusammen funktioniert auf Dauer eben schlecht. Das heißt nicht, dass Kunden an jeder Schließung schuld sind. Natürlich nicht. Mieten, Löhne, Energie, Einkaufspreise - vieles ist für Händler und Gastronomen schlicht teurer geworden.

Aber ganz ohne Leute in den Läden funktioniert eine Innenstadt eben auch nicht. Bad Hersfeld ist deshalb noch lange keine Geisterstadt. Davon sind wir weit entfernt. Trotzdem sind drei weitere geschlossene Türen eben drei weitere geschlossene Türen. Und besonders schön sieht das irgendwann nicht mehr aus. (Constantin von Butler) +++

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