Das sagen die OSTHESSEN|NEWS-Leser
Sirenen, Warn-Apps und Cell Broadcast: So lief der Warntag in unserer Region
Foto: Luisa Heinz
10.09.2026 / REGION -
Pünktlich um 11 Uhr waren am Donnerstag vielerorts in Osthessen die Sirenen zu hören. Anlass war der bundesweite Warntag, bei dem die verschiedenen Warnsysteme auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft werden. Gleichzeitig soll die Bevölkerung dafür sensibilisiert werden, wie Warnungen im Ernstfall aussehen und klingen. Doch hat der Probealarm überall funktioniert? OSTHESSEN|NEWS hat bei seinen Lesern nachgefragt.
Aus für hessenWARN: Hessen setzt künftig auf NINA
Wichtig zu erwähnen ist dabei: Die landeseigene Warn-App hessenWARN soll Anfang 2027 eingestellt und durch die bundesweite Warn-App NINA ersetzt werden. Hintergrund ist, dass NINA in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut wurde und inzwischen viele Funktionen von hessenWARN abdeckt. Das Land will damit Doppelstrukturen vermeiden und zugleich Kosten von rund 60.000 Euro jährlich einsparen. Innenminister Roman Poseck betont: "Durch die Einstellung von hessenWARN wird es keine Nachteile für die Menschen in Hessen geben. Die Bürger werden weiterhin zuverlässig und vollumfänglich durch NINA-Warn über Gefahren informiert." So lief der Probealarm
In der O|N-Zentrale verlief der Test erfolgreich: In Fulda-Neuenberg war die Sirene deutlich zu hören, gleichzeitig gingen die entsprechenden Warn- und Entwarnmeldungen auf den Smartphones ein. Auch in den Leitstellen in Fulda und Bad Hersfeld war OSTHESSEN|NEWS während des Probealarms. Dort fiel das Fazit durchweg positiv aus.Roman Poseck: "Hessen wurde erfolgreich gewarnt."
Der Bundesweite Warntag hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Bevölkerung zu jeder Zeit und an jedem Ort alarmiert werden muss, wenn ein Krisenfall naht oder eintritt. Dabei kommt es auf einen zuverlässigen "Weckeffekt" an, der auch dann noch Wirkung entfaltet, wenn beispielsweise der Smartphoneakku versagt. Warnsirenen bilden das gut hörbare Fundament der Warnmittel im Land und werden dort relevant, wo digitale Technik im Ernstfall an ihre Grenzen stoßen könnte. Resilienz bedeutet in diesem Zusammenhang, auf verschiedene Szenarien gleichzeitig vorbereitet zu sein.
Vorsorge für den Katastrophenfall
Ganz im Zeichen der Krisenprävention und Widerstandsfähigkeit steht auch die aktuell vom Innenministerium organisierte "Resilienzwoche". Seit Montag besuche ich dazu Schulen, Kommunen und Einrichtungen der Kritischen Infrastruktur, um für Resilienz und Selbstschutz zu sensibilisieren. Im Katastrophenfall kommt es ganz erheblich auf gute Vorsorge beim Selbstschutz an. Dazu gehört auch das richtige Anlegen eines persönlichen Notvorrats. Was dafür gebraucht wird, habe ich heute bei einem Einkauf in Kooperation mit dem Handelsverband gezeigt.Parallel zum Selbstschutz geht es in der Resilienzwoche auch um systematische Prävention auf kommunaler Ebene. Für ihren vorausschauenden Einsatz und sichtbare Bemühungen, sichere Kriseninfrastrukturen auszubauen, habe ich diese Woche die ersten von vielen weiteren Kommunen im neuen Landesprogramm KOMPASS Resilienz begrüßt. Zu den ausgezeichneten Resilienz-Maßnahmen gehört auch der Ausbau der Warninfrastruktur und damit auch der sichere Betrieb von Sirenen als deutliches Wecksignal Wir wollen die Bevölkerung zum Um- und Mitdenken bewegen, damit jeder einzelne vorbereitet ist, wenn es zur Krise kommt. Der heutige Warntag ist dabei ein wichtiger Baustein in der Resilienzstruktur in Hessen."
Durch die Alarmierung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wurde der Warntag pünktlich um 11.00 Uhr mit der direkten Alarmierung von Cell-Broadcast und aller WarnApps eröffnet. Auch die Einbindung von Rundfunk und Fernsehen zur Verteilung der Warninformation fand wie geplant statt.
In Hessen startete die Leitfunkstelle Kassel den Sirenenalarm als zentrale Warnstelle für das gesamte Landesgebiet mit dem Signal "Warnung der Bevölkerung". Durch die Digitalfunktechnik für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ist es möglich, in ganz Hessen alle Sirenen innerhalb weniger Sekunden auszulösen. Der gleiche Alarm, der die Sirenen in Hessen auslöst, kann auch von allen 65.000 Pagern der Helferinnen und Helfer des Brand- und Katastrophenschutzes empfangen werden. Dies ist einzigartig im ganzen Bundesgebiet.
Die Kurzmeldungen der 21 hessischen Landkreise und 6 Kreisfreien Städte, die bis 12.00 Uhr das Hessische Innenministerium erreicht hatten, bestätigen, dass, mit Ausnahme lokaler Probleme, die flächige Auslösung der Warnmittel des Warnmittelmixes, das sind im Wesentlichen Cell-Broadcast, Warn-Apps, Rundfunk und Fernsehen, digitale Informationtafeln und nicht zuletzt auch Sirenen, funktioniert hat. Teilweise wurde eine Verzögerung der Zustellung der Warnung über die Warn-Apps festgestellt. Im Bereich Gersfeld/Röhn kam es aufgrund einer Telekom-Störung zu Problemen bei der Warnung.
Erstmals bei einem bundesweiten Warntag wurde um 11:45 Uhr auch über Cell-Broadcast entwarnt, dies war beim letzten bundesweiten Warntag technisch noch nicht möglich gewesen. (ms) +++
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