Bereits dritte Fachtagung
Radikalisierung per Klick: Wie Social Media Minderjährige beeinflusst
Fotos: PPOH
08.09.2026 / FULDA -
"Minderjährige im Digitalen Raum. Radikalisierungsbeschleuniger Social Media": Unter dieser Überschrift trafen sich am Donnerstag (27.08.) rund 120 Fachkräfte aus Schulen und Behörden sowie unterschiedlichen Bereichen der Sozialen Arbeit im Bonifatiushaus in Fulda. Organisiert wurde die Fachtagung von den osthessischen Fachstellen für Demokratieförderung und phänomenübergreifende Extremismusprävention (DEXT) der Stadt Fulda, dem Landkreis Fulda, dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg und dem Vogelsbergkreis in Kooperation mit dem Beauftragten für die Prävention der politisch motivierten Kriminalität (PMK) des Polizeipräsidiums Osthessen.
Es handelt sich dabei bereits um die dritte Fachtagung der Reihe in den letzten vier Jahren. Beim diesjährigen Fachtag hat auch die Hessische Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) im Vorfeld organisatorisch unterstützt. Der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Fulda, Frederik Schmitt (CDU), bedankte sich bei den Verantwortlichen für die Organisation des Fachtags und hob die Notwendigkeit einer behörden- und landkreisübergreifenden Vernetzung hervor: "Es ist unerlässlich, dass sich staatliche und nichtstaatliche Fachkräfte für diese herausfordernden Themen fit machen und sich miteinander über mögliche Radikalisierungsverläufe frühzeitig austauschen".
Schmitt machte zunächst auf die Korrelation zwischen einer ausufernden Handynutzung und damit einhergehenden negativen Folgen für Kinder und Jugendliche im Bereich Sprache bzw. psychischen Erkrankungen aufmerksam: "Sie gehen heute aber noch einen Schritt weiter und beleuchten wie Soziale Medien und digitale Räume als Beschleuniger für Polarisierung und Radikalisierung wirken können. Die Initiative der Organisatoren des Fachtags, die heute mit unterschiedlichen Impulsen über demokratiefeindliche, extremistische und strafbare Inhalte im Internet sensibilisieren wollen, begrüße ich ausdrücklich. Um den Feinden der freiheitlich demokratischen Grundordnung effektiv begegnen zu können, müssen alle staatlichen Ebenen um Gefahren wissen und vernetzt arbeiten", so Schmitt.
Vorträge und Workshops
Im Rahmen von Vorträgen sowie Workshops wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Gefahren und Radikalisierungsprozesse für Kinder und Jugendliche in der Onlinewelt informiert. Frau Dr. Zillich von der Ludwig-Maximilians-Universität München gab mit ihrem Eröffnungsvortrag unter dem Titel "Normverletzendes Verhalten auf Social Media" einen Überblick in das komplexe und vielschichtige Thema.Diskutiert wurde im Anschluss mit dem Auditorium über die politischen Rahmenbedingen, die Rolle der Plattformbetreiber sowie erforderliche Ableitungen für die Prävention. Auch im weiteren Verlauf der Fachtagung griffen die Referentinnen und Referenten die wesentlichen Berührungspunkte und Herausforderungen im Kontext von Social-Media heraus:
Am Fachtag inhaltlich beteiligt waren das Polizeipräsidium Osthessen, das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) Hessen, das Kompetenzzentrum gegen Extremismus in Baden-Württemberg (LKA BW), jugendschutz.net, die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Medienanstalt Hessen, die Berghof Foundation sowie die Akademie Burg Fürsteneck. (ms/pm) +++