Chancen für Unternehmen
Ehemaliges Kamax-Areal: Stadt lässt Gelände vor möglichem Kauf prüfen
Archivfotos: O|N/Luisa Heinz
08.09.2026 / ALSFELD -
Viel freie Gewerbefläche in Alsfeld (Vogelsbergkreis) ist bereits vermarktet oder weitgehend belegt. Um langfristig neue Entwicklungsmöglichkeiten für Unternehmen zu schaffen, interessiert sich die Stadt für das ehemalige Kamax-Gelände im Stadtteil Altenburg. Bevor über einen möglichen Kauf entschieden wird, soll das rund 17 Hektar große Areal jedoch umfassend auf Altlasten und mögliche Risiken untersucht werden.
Auf dem Gelände wurden über viele Jahre Metalle verarbeitet. Zum früheren Betrieb gehörten unter anderem Maschinen, Produktionsanlagen und eine eigene Kläranlage. Mit den geplanten Untersuchungen sollen mögliche Belastungen des Bodens und des Geländes ermittelt werden. Die Ergebnisse sollen anschließend als Grundlage für mögliche Kaufpreisverhandlungen dienen. Die Kosten für die aufwendige Untersuchung werden auf rund 100.000 Euro geschätzt, die Obergrenze liegt bei 200.000 Euro.
Untersuchung statt Kaufbeschluss
Die Stadtverordnetenversammlung hat noch keinen Ankauf des ehemaligen Kamax-Geländes beschlossen. Vielmehr wurde der Magistrat ermächtigt, die notwendigen Vereinbarungen für die Untersuchungen abzuschließen. Die Finanzierung soll nicht aus dem laufenden Haushalt erfolgen. Stattdessen sollen Mittel aus der Gewerbeflächenvermarktung sowie Instrumente der Zusammenarbeit mit der Hessischen Landgesellschaft genutzt werden. Sollte es letztlich nicht zu einem Kauf kommen, könnte eine finanzielle Beteiligung der italienischen Fontana Grouppo, die das Gelände kürzlich gekauft hat, geprüft werden. Voraussetzung wäre, dass das Unternehmen die Untersuchungsergebnisse ebenfalls nutzen kann. Entsprechende Vereinbarungen gibt es derzeit jedoch noch nicht. Im Falle eines Erwerbs sollen die Untersuchungskosten in die Kaufpreisverhandlungen einfließen.
Hoher Bedarf an Gewerbeflächen
Hintergrund der Überlegungen ist die hohe Auslastung der Gewerbeflächen in Alsfeld. Nach Angaben der Stadt sind viele Flächen bereits vermarktet oder weitgehend belegt. Das betrifft kleinere Bereiche am "Dirsröder Feld" ebenso wie größere Gewerbegebiete, etwa "Am Weißen Weg".Entscheidung erst nach Vorliegen der Ergebnisse
Mit dem möglichen Erwerb des Areals möchte sich die Stadt langfristige Perspektiven offenhalten. Neue Gewerbegebiete erfordern häufig aufwendige Planungs- und Genehmigungsverfahren, die mehrere Jahre in Anspruch nehmen können.Ob das ehemalige Kamax-Gelände tatsächlich gekauft wird, ist derzeit noch offen. Erst nach Abschluss der Untersuchungen soll bewertet werden, ob das Projekt wirtschaftlich und städtebaulich sinnvoll ist. Fällt die Bewertung positiv aus, müssten die Stadtverordneten zu einem späteren Zeitpunkt erneut über einen Ankauf und den möglichen Kaufpreis entscheiden. Die Untersuchungen sollen somit die Grundlage für eine spätere Entscheidung schaffen. (jk) +++
Archivfotos: O|N/Luisa Heinz