Lebensretter im Ehrenamt
Sanitätszug probt die Patientenrettung nach schweren Verkehrsunfällen
Fotos: Jannik Büttner, DRK OV Mücke
07.09.2026 / MÜCKE -
Wenn auf den Straßen des Vogelsbergkreises schwere Verkehrsunfälle passieren, zählt jede Sekunde. Während die Feuerwehr oft für die technische Befreiung der eingeklemmten Personen zuständig ist, liegt die medizinische Verantwortung und die schonende Rettung der Patienten in den Händen des Rettungsdienstes, bei größeren Lagen kommen auch Einheiten des Katastrophenschutzes zum Einsatz. Um diese hochkomplexen Abläufe perfekt zu beherrschen, startete der 2. Sanitätszug Vogelsberg des DRK-Kreisverbandes Alsfeld nach der Sommerpause mit einer intensiven, praxisnahen Ausbildung am Stützpunkt in Mücke.
Höchste Präzision bei der Patientenrettung
Unter der Leitung von Zugführer und Notfallsanitäter Marius Zimmer stand die Rettung von Unfallpatienten im absoluten Mittelpunkt des Ausbildungsabends. Wie wichtig das präzise Zusammenspiel der Kräfte ist, zeigte sich bei den zwei realistischen Übungsszenarien, die mithilfe von Unfallfahrzeugen der Feuerwehr Mücke simuliert wurden.Während bei einem Fahrzeug das Dach bereits entfernt war und Hilfsmittel wie das Spineboard (Rettungsbrett) oder die Rettungsboa zügig eingesetzt werden konnten, bot das zweite, vollkommen intakte Fahrzeug eine echte Herausforderung. Unter extremen Platzverhältnissen mussten die Einsatzkräfte blitzschnell entscheiden, welche Rettungsmethode für den Patienten die sicherste ist. Hier wird deutlich: Sanitätspersonal leistet weit mehr als nur Pflaster zu kleben – sie stabilisieren, versorgen und retten Menschenleben unter widrigsten Bedingungen.
Perfekt verzahnte Teamarbeit im Sanitätszug
Ein Sanitätszug im Katastrophenschutz funktioniert nur als eine feste Einheit. Der 2. Sanitätszug des Vogelsbergkreises wird gemeinsam von den DRK-Bereitschaften Alsfeld-Schwalmtal, Homberg und Mücke besetzt. Bei der Ausbildung wurden die Einsatzkräfte bewusst in gemischte Sechsergruppen eingeteilt."Gerade bei solchen Übungen können wir die einzelnen Handgriffe trainieren und gleichzeitig die Zusammenarbeit im Team verbessern", erklärt Zugführer Marius Zimmer. Nur durch diese blind vertraute Teamarbeit über Ortsgrenzen hinweg ist sichergestellt, dass bei großen Schadenslagen jeder Handgriff sitzt. Das positive Fazit von Gruppenführer Jannik Büttner bestätigt den Erfolg: "Beide Szenarien konnten erfolgreich und sicher durchgeführt werden."
Ein starkes Ehrenamt für die Region
Das gesamte System des Katastrophenschutzes ruht auf den Schultern von Menschen, die diese anspruchsvolle Arbeit komplett unentgeltlich in ihrer Freizeit leisten. Davon machten sich vor Ort auch Gemeindebrandinspektor Martin Schlosser von der Feuerwehr Mücke sowie DRK-Kreisbereitschaftsleiter Henning Schmehl ein Bild.