Von Gotham bis Waterworld

Fantasy pur: Annotopia verwandelt den Schlosspark in eine andere Welt

Wo sonst Spaziergänger ihre Runden drehen, trafen am Wochenende plötzlich Superhelden auf Piraten, Ritter auf Endzeitkämpfer und allerlei andere fantastische Gestalten. Annotopia war wieder zu Gast in Rotenburg an der Fulda.
Fotos: Mathias Schmidt

07.09.2026 / ROTENBURG/F. - "Papa, da ist Batman!" - Sätze wie dieser dürften am Wochenende im Rotenburger Schlosspark häufiger gefallen sein. Denn wo sonst Spaziergänger ihre Runden drehen, trafen am Wochenende plötzlich Superhelden auf Piraten, Ritter auf Endzeitkämpfer und allerlei andere fantastische Gestalten. Annotopia war wieder zu Gast in Rotenburg an der Fulda (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) - und OSTHESSEN|NEWS hat sich am Sonntag mitten ins Getümmel gestürzt.



Bei bestem Wetter füllte sich der weitläufige Schlosspark fast wie von alleine. Hunderte Besucher aus ganz Deutschland strömten auf das Gelände und tauchten für einige Stunden in eine Welt ein, in der der Alltag draußen bleiben durfte. Die Stimmung: ausgelassen und bestens. Vor allem gab es an nahezu jeder Ecke etwas zu entdecken.

Nur zuschauen? Musste hier niemand. Zahlreiche Mitmachaktionen sorgten dafür, dass gerade auch die jüngeren Besucher selbst Teil des Geschehens werden konnten. Beim Hufeisenwerfen war Zielgenauigkeit gefragt, bei Schwertkampf-Übungen konnten sich kleine und große Nachwuchskämpfer ausprobieren. Wer es etwas außergewöhnlicher mochte, konnte sogar auf Batmans Batmobil eine Runde durch den Park drehen. Und natürlich durfte auch die passende Bemalung für das persönliche Fantasy-Abenteuer nicht fehlen.

Einmal quer durch sämtliche Welten

Dabei lebte Annotopia vor allem von seinen hunderten Akteuren aus ganz Europa und ihren mit viel Liebe zum Detail eingerichteten Lagern. Über den gesamten Schlosspark verteilt standen Zelte, Kulissen und kleine Lagerplätze, die jeweils zu ihrer ganz eigenen Welt passten.

So brauchte es nur wenige Schritte, um plötzlich von Rittern und Piraten in ganz andere Gefilde von Star Wars oder X-Men zu gelangen. Wer wollte, konnte beispielsweise einen Abstecher in Kevin Costners "Waterworld" machen. Genau dieser wilde Mix gehört zum Konzept: Historisches trifft auf Fantasy, Endzeit auf Superhelden und Piraten auf Figuren, die man sonst eher von der Kinoleinwand kennt. Auch kulinarisch wurde einiges geboten. Zwischen den Lagern und Programmpunkten warteten unter anderem Mushroom-Burger, Fleischspieße und natürlich der eine oder andere Becher Met. Wer lieber etwas mit nach Hause nehmen wollte, konnte an zahlreichen Händlerständen stöbern. Dort gab es Dekoration, Accessoires und allerlei Außergewöhnliches zu entdecken - von verschiedenen Salzen bis hin zu Barbecue-Popcorn.

Eine Parade durch den Schlosspark

Ein Höhepunkt des Sonntags folgte um 13 Uhr: Bei der großen Parade zogen die unterschiedlichsten Charaktere gemeinsam durch den gesamten Park. Mal zu Fuß, mal auf einem motorisierten und gepanzerten Endzeit-Gefährt. Ein buntes Schaulaufen der verschiedenen Welten, bei dem es für die Besucher einiges zu sehen gab.

Doch auch danach wurde es nicht ruhig. Auf der Bühne gab es immer wieder Programm, es wurde getanzt und gesungen. Und Hand aufs Herz: Haben Sie schon einmal einen singenden Wolverine gesehen? In Rotenburg war am Sonntag selbst das möglich. Überhaupt waren es gerade diese unerwarteten Begegnungen, die den Rundgang durch den Schlosspark ausmachten. Hinter der nächsten Ecke konnte schließlich alles warten und jeder durfte sein, wer er will.

Wenn der Pirat plötzlich heiraten soll

Und dann wurde sogar noch geheiratet – zumindest mehr oder weniger. Bei einer Piratenhochzeit wurde es für einen der Beteiligten offenbar überraschend ernst. "Er wusste von nichts und wollte sich schon verdrücken", erzählte eine der Piratinnen gegenüber O|N. Nur leider war dieser wohl bereits liiert - ein Treuebruch, der nur mit einer Art bestraft werden konnte. "Über die Planke mit ihm!"

So wurde der Schlosspark für ein Wochenende zu einem Ort, an dem verschiedene Epochen, Filmwelten und Fantasien munter durcheinandergewürfelt wurden. Dazu Sonnenschein, gut gelaunte Besucher und Akteure, die mit ihren aufwendig gestalteten Kostümen und Lagern dafür sorgten, dass es überall etwas Neues zu entdecken gab. Genau das, was man sich vom größten Fantasy-Festival Deutschlands eben wünscht. (ms) +++

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