Test für den Ernstfall

Wenn die Sirenen heulen: Warntag soll Bevölkerung sensibilisieren

Am 10. September 2026 heulen auch in den hessischen Kommunen zum bundesweiten Probealarm die Sirenen.
Archivfoto: O|N / Nina Seikel

05.09.2026 / REGION - Am 10. September 2026 heulen auch in den hessischen Kommunen zum bundesweiten Probealarm ab 11 Uhr die Sirenen. Hintergrund und Ziel des Warntages ist es, die Bürger für die verschiedenen Warnmittel und Alarmsignale zu sensibilisieren und die technische Warninfrastruktur zu testen.



Neben Sirenen werden auch alle weiteren Warnmöglichkeiten, wie beispielsweise der vom Bund eingeführte "Cell Broadcast" oder Warn-Apps auf Smartphones, zum Einsatz kommen. Sowohl das Sirenensignal für den Probealarm ab 11 Uhr als auch für die Entwarnung um 11.45 Uhr dauern jeweils eine Minute an.

Sirenen bleiben zentrales Warnmittel

Innenminister Roman Poseck führte aus: "Die aktuelle Sicherheitslage führt uns vor Augen, wie wichtig es ist, dass wir die Bevölkerung im Ernstfall schnell, zuverlässig und verständlich erreichen können. Genau dafür ist der Warntag da. Er macht die verschiedenen Warnmittel bekannt, testet die vorhandenen Strukturen und gibt den Bürgern die Möglichkeit, sich mit den Warnsignalen und den Abläufen vertraut zu machen.

Dabei haben die Sirenen eine besondere Bedeutung. Sie sind ein zuverlässiges Weckmedium, das rund um die Uhr Aufmerksamkeit herstellen kann, auch dann, wenn das Smartphone gerade nicht zur Hand ist oder andere Informationswege nicht wahrgenommen werden können. Deshalb müssen Sirenen laut sein und einen klaren Weckeffekt haben."

Millionen für den Ausbau der Warninfrastruktur

Hessen investiert gezielt in die Modernisierung und den Ausbau seiner Warninfrastruktur, unter anderem mit 2,1 Millionen Euro in die Ertüchtigung der kommunalen Sirenen. Darüber hinaus haben Bund und Länder gemeinsame Förderprogramme für die Erneuerung und den Ausbau des Sirenennetzes aufgelegt. Seit 2021 stehen den hessischen Gemeinden dafür gemeinsam von Bund und Land insgesamt 12 Millionen Euro zur Verfügung, davon allein 600.000 Euro im Jahr 2026. "Wir nehmen die Warnung der Bevölkerung ernst und arbeiten kontinuierlich daran, die Warninfrastruktur in Hessen noch leistungsfähiger zu machen", so Poseck.

Zusammenspiel verschiedener Warnwege

Gleichzeitig setzt das Land auf ein Zusammenspiel verschiedener Warnwege. Cell Broadcast, Warn-Apps, Rundfunk und Sirenen ergänzen sich und erhöhen gemeinsam die Wahrscheinlichkeit, dass eine Warnung die Menschen schnell erreicht. "Gerade im Ernstfall kommt es darauf an, dass die Bürger eine Warnung nicht nur erhalten, sondern auch wissen, was sie zu bedeuten hat und was dann zu tun ist", sagte der Innenminister.

Resilienzwoche rückt Eigenvorsorge in den Fokus

Der Warntag sei damit auch ein wichtiges Instrument gesellschaftlicher Resilienz. Er schule die Bevölkerung im Umgang mit Warnungen, decke Schwachstellen auf und trage dazu bei, dass Hessen im Ernstfall besser vorbereitet, schneller informiert und widerstandsfähiger reagieren könne.

Die Widerstandsfähigkeit wird kommende Woche einen Themenschwerpunkt der Hessischen Landesregierung bilden. Unter Federführung des Innenministeriums startet ab dem 7. September eine "Resilienzwoche". Dabei soll unter anderem in Schulen, Bürgergesprächen und Kommunen für Eigenvorsorge und Selbstschutz sensibilisiert werden. Zudem wurde der Handelsverband Hessen für eine landesweite Informationskampagne zum Anlegen von Notvorräten gewonnen.

Sicherheitslage erfordert Umdenken

"Die Resilienzwoche haben wir seit längerem geplant, doch sie ist aktueller denn je. Die Sicherheitslage erfordert ein Umdenken in der Bevölkerung. Jeder kann und sollte sich für den Ernstfall vorbereiten. Darauf wollen wir kommende Woche ressortübergreifend aufmerksam machen", betonte Poseck.

Zum bundesweiten Warntag

Eine Warnung der Bevölkerung kann sowohl bei einer Bedrohung der Bundesrepublik von außen ("Zivilschutzfall"), bei Großschadenslagen ("Katastrophenfall"), im täglichen Einsatzgeschehen der Feuerwehr sowie bei polizeilichen Ereignissen, etwa einer Terrorlage, erforderlich sein.

Der bundesweite Warntag am 10. September beginnt um 11 Uhr mit der bundesweiten Warnung über Cell Broadcast, Warn-Apps sowie die sich beteiligenden Rundfunkanstalten. Sofern in den Kommunen auslösbare Sirenen für die Warnung zur Verfügung stehen, erfolgt dabei ebenfalls ein Probealarm mit dem Sirenensignal "Warnung der Bevölkerung".

Nicht überall gleiches Sirenensignal

In Kommunen, in denen zwar Sirenen vorhanden sind, diese derzeit aber noch nicht das Sirenensignal "Warnung der Bevölkerung" auslösen können, weil die technische Umstellung noch nicht abgeschlossen ist, soll ersatzweise das Signal "Feueralarm" ausgelöst werden.

Entwarnung erstmals bundesweit per Cell Broadcast

Um 11.45 Uhr erfolgt die Entwarnung. Erstmals erfolgt nach den landesweiten Probealarmen im Frühjahr 2026 nun auch bundesweit eine Entwarnung über Cell Broadcast. Um eine erneute, nicht unterdrückbare akustische Warnung zu vermeiden, ist die Entwarnung als Gefahreninformation der niedrigsten Warnstufe implementiert.

Dies kann zur Folge haben, dass die Entwarnung je nach persönlicher Einstellung des Smartphones nur mit einem Systemton oder gar nicht wahrgenommen wird. Zur Vermeidung dessen wird empfohlen, Cell Broadcast auf dem Smartphone auch für die Warnstufe 3 zuzulassen. (pm/jk) +++

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