Rettungsschwimmer im Freizeitbad
Vom Flüchtling zum Bademeister: Reza Jafari bereichert die Ulsterwelle
Fotos Nikolas Krudewig
07.09.2026 / HILDERS (RHÖN) -
Aus Afghanistan geflüchtet, im Freizeitbad Ulsterwelle in Hilders (Landkreis Fulda) angekommen. Reza Jafari kam 2015 mit seiner Familie nach Deutschland. Seit August ist er Teil des Bademeisterteams des Freizeitbads - beworben hatte er sich, ohne wirklich schwimmen zu können. Innerhalb kürzester Zeit holte er alle erforderlichen Rettungsschwimmer-Scheine nach.
"Ich wurde durch eine Jobmaßnahme darauf aufmerksam gemacht, dass im Freizeitbad Ulsterwelle ein Rettungsschwimmer gesucht wird. Ich habe mich dann beworben, wurde aber abgelehnt, da mir die Rettungsschwimmer-Scheine fehlten. Ich konnte ein bisschen schwimmen und auch tauchen - ich dachte, dass das reicht. Ich hab mich dann bei der DLRG gemeldet und die erforderlichen Bescheinigungen nachgeholt", erzählt Reza Jafari, neuestes Mitglied im Bademeister-Team des Freizeitbades Ulsterwelle, gegenüber OSTHESSEN|NEWS.
Fester Bestandteil der Gemeinde
Seit gut elf Jahren ist Reza Jafari in Deutschland. Zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern war er vor dem Krieg aus Afghanistan geflohen, lebte zwischenzeitlich im Iran. Inzwischen sind er und seine Familie nach erfolgreichem Asylverfahren fest angekommen. Seine insgesamt vier Kinder, zwei davon in Deutschland geboren, gehen allesamt in der Region zur Schule - das jüngste Kind mit drei Jahren ist noch im Kindergarten. Rückendeckung des Bürgermeisters
Aufgrund seiner jahrelangen ehrenamtlichen Tätigkeiten konnte Reza Jafari auf seinen guten Ruf in der Gemeinde zurückgreifen. Bürgermeister Ronny Günkel erzählt davon, wie gut sich der gebürtige Afghane seit seiner Ankunft in Deutschland in die Gemeinde integriert hat."Wir kennen den Reza. Man muss dazu sagen, dass er seit vielen Jahren sowohl für die Marktgemeinde Hilders als auch für die Gemeinde in Ehrenberg ehrenamtlich als Sportcoach arbeitet und sich hier in der Mitte der Gesellschaft eine große Reputation erarbeitet hat. Dadurch, dass er eben eine Arbeit macht, die oft übersehen wird und liegen bleibt, eben die Betreuung von den Kindern und Jugendlichen und alles, wussten wir schon, was für ein Mensch er ist", verrät der Bürgermeister von Hilders, Ronny Günkel, im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS.
Positiver Arbeitseindruck
Seit dem 01. August ist Reza Jafari nun offiziell Teil des Teams. Wie Betriebsleiter Robin Bernhauer erzählt, hat sich der 46-Jährige von Beginn an engagiert gezeigt. "Wir konnten ihn beim Probearbeiten gut kennenlernen und nach zwei Tagen war uns klar, dass das sehr gut passen wird. Er hat sich auch für viele technische Themen eines Badebetriebs interessiert, was eigentlich nicht zu den klassischen Aufgaben des Rettungsschwimmers gehört."Für Reza Jafari steht fest, dass er dem Freizeitbad Ulsterwelle langfristig erhalten bleiben möchte: "Ich fühle mich hier sehr wohl. Die Kollegen sind sehr nett und das Team um Herrn Bernhauer hat mir mit sehr viel Geduld alles erklärt, dafür bin ich sehr dankbar." Für die Gemeinde in Hilders ist Reza Jafari ein Glücksfall und das Paradebeispiel für gelungene Integration. Der Bürgermeister bringt es auf den Punkt: