Lebensretter auf Gleisen
Rettungszug Fulda: Spezialkräfte für Einsätze auf der Schnellbahnstrecke
Symbolfotos (9): O|N-Archiv/Philipp Apel und Hans-Hubertus Braune
03.09.2026 / FULDA -
Eher unbekannt, aber dennoch von großer Bedeutung: der Rettungszug aus Fulda. Am Dienstagabend rückte er aufgrund einer ungewöhnlichen Notfallsituation auf der ICE-Strecke zwischen Würzburg und Frankfurt aus. 29 Kräfte der Feuerwehr Fulda sowie acht Mitarbeitende des Rettungsdienstes machten sich auf den Weg, um zu unterstützen. Doch was genau ist der Rettungszug, und für welche Einsätze wird er alarmiert? OSTHESSEN|NEWS hat nachgehakt.
Zu den Hintergründen: Im ICE 528 von München nach Dortmund soll sich während der Fahrt bei einer Geschwindigkeit von rund 200 Kilometern pro Stunde plötzlich eine Außentür geöffnet haben. Der mit 238 Fahrgästen besetzte Zug wurde daraufhin vom Lokführer umgehend gestoppt. Zunächst konnte nicht ausgeschlossen werden, dass eine Person aus dem Zug gefallen oder herausgeschleudert worden war. Zur Unterstützung wurde deshalb der am Bahnhof Fulda stationierte DB-Rettungszug alarmiert.
Der Rettungszug und seine Besatzung
"Der Rettungszug wurde im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der Schnellbahnstrecke Hannover-Würzburg ins Leben gerufen und wird seither von der Deutschen Bahn betrieben", heißt es vonseiten der Stadt Fulda. Im Einsatzfall besteht die Besatzung aus einem Lokführer der DB sowie Einsatzkräften der Feuerwehr Fulda und Angehörigen von Malteser Hilfsdienst und Deutschem Roten Kreuz. "Die Alarmierung erfolgt über die DB-Rettungsleitstelle an die Leitstelle Fulda." Wichtige Hilfe bei Tunneleinsätzen
Bundesweit gibt es nur wenige dieser speziellen Rettungszüge. Aufgrund der zahlreichen Tunnelbauwerke auf der Schnellfahrstrecke Würzburg – Hannover besitzt der Standort Fulda eine besondere Bedeutung. Die Züge sind dafür ausgelegt, Einsatzkräfte schnell zu schwer zugänglichen Unfallorten, insbesondere in Tunneln, zu transportieren. Dort unterstützen sie bei der Menschenrettung, der medizinischen Versorgung Verletzter sowie bei Maßnahmen der Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung.
Alarmierung am Dienstagabend
"Bei der Alarmierung am Dienstagabend wurden über die Leitstelle 29 Einsatzkräfte der Feuerwehr Fulda sowie acht Kräfte des Rettungsdienstes für den Rettungszug angefordert", so die Pressestelle der Stadt weiter. Der Zug setzte sich anschließend in Richtung Unterfranken in Bewegung. Wenige Minuten später sei der Einsatz jedoch zurückgenommen und der Rettungszug abbestellt worden. "Die Einsatzkräfte blieben zunächst weiterhin in Bereitschaft, konnten ihren Dienst am späten Abend schließlich jedoch ohne weiteren Einsatz beenden."Auch die Pressestelle der Deutschen Bahn haben wir um ein Statement gebeten. Diese hat sich bislang auf O|N-Nachfrage nicht geäußert. (jk) +++