Ein letztes Mal

Slümaika-Bar schließt früher: Rund 300 Menschen feiern friedlichen Abschied

Ein letztes Mal gemeinsam feiern, Freunde treffen und den Abend in vertrauter Atmosphäre verbringen: Für die "Slümaika"-Bar in Schlüchtern ist an diesem Wochenende ein Kapitel zu Ende gegangen.
Fotos: Andreas Bejm

30.08.2026 / SCHLÜCHTERN - Ein letztes Mal gemeinsam feiern, Freunde treffen und den Abend in vertrauter Atmosphäre verbringen: Für die "Slümaika"-Bar in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) ist an diesem Wochenende ein Kapitel zu Ende gegangen. Rund 300 Menschen kamen nach Schätzung vor Ort zum Abschied zusammen. Die Stimmung blieb dabei friedlich, ausgelassen und war zugleich von Wehmut geprägt.



Eigentlich hätte die Slümaika-Bar noch bis zum Jahresende geöffnet bleiben sollen. Doch nun ist bereits zum 1. September Schluss. Der Grund: Die Situation rund um den Standort hatte sich in den vergangenen Wochen weiter zugespitzt. OSTHESSEN|NEWS berichtet bereits.

Nach einer Live-Musikveranstaltung im Juli habe es erneut massive Spannungen mit Nachbarn und den im Haus lebenden Vermietern gegeben, berichtet Betreiber Philipp. Daraufhin habe er sich dazu entschieden, die Bar früher als ursprünglich angekündigt zu schließen. Die Situation sei nach seinen Worten so aufgeheizt und festgefahren gewesen, dass eine Fortführung bis zum Jahresende für ihn nicht mehr infrage gekommen sei.

Ein letztes Mal gemeinsam feiern

Wie sehr die Slümaika-Bar gerade vielen jüngeren Menschen ans Herz gewachsen ist, zeigte sich beim Abschied noch einmal deutlich. Rund 300 Gäste kamen zusammen und feierten ein letztes Mal an dem bekannten Standort.

Bereits nach der ersten Ankündigung der Schließung seien die Reaktionen "überwältigend" gewesen, erzählt Philipp. Vor allem die Jugend sei von der Entscheidung betroffen. Immer wieder habe er Rückmeldungen bekommen, dass es in Schlüchtern zunehmend an Angeboten für junge Menschen und Möglichkeiten zum gemeinsamen Ausgehen fehle.

Suche nach neuem Standort gestaltet sich schwierig

Ganz verschwinden soll Slümaika allerdings nicht. Auch mit der Stadt Schlüchtern habe es bereits erste Gespräche über mögliche Alternativen gegeben. Die Suche nach einem geeigneten Standort gestalte sich jedoch schwierig.

Unter anderem seien Flächen in der Innenstadt und speziell im Bereich der Obertorstraße besprochen worden. Dort würde man aufgrund der Nähe zu Anwohnern jedoch möglicherweise schnell vor ähnlichen Problemen stehen. Eine passende Fläche für eine neue feste Slümaika-Base hat sich bislang nicht gefunden.

Für Philipp steht deshalb fest, dass es zunächst in anderer Form weitergehen soll. Der Foodtruck bleibt bestehen und soll weiterhin bei Caterings, privaten Veranstaltungen und Stadtfesten zum Einsatz kommen. Auch Pop-up-Events bleiben eine Option. Darüber hinaus sind kleinere neue Formate geplant. Unter anderem soll ein Sunday-Running-Club entstehen.

Slümaika auch beim Kalten Markt?

Auch beim Kalten Markt könnte Slümaika künftig wieder eine Rolle spielen. Nach Angaben von Philipp ist er derzeit mit der Stadt im Gespräch darüber, die Wassergasse während des Kalten Marktes zu bespielen. Wie genau das aussehen könnte, steht aktuell noch nicht fest.

Für den Betreiber wäre eine Fortsetzung jedoch eine Herzensangelegenheit. In den vergangenen Jahren hatte sich Slümaika gerade für viele junge Besucher zu einem Anlaufpunkt während des Kalten Marktes entwickelt. Diese Rolle würde Philipp gerne weiterführen, wenn künftig auch in anderer Form unter freiem Himmel.

"Es tut mir hauptsächlich für die Jugend Schlüchterns leid"

Der Abschied von der festen Bar fällt dem Betreiber nicht leicht. "Hauptsächlich tut es mir einfach für die Jugend Schlüchterns leid", sagt Philipp. Mit der Schließung falle wieder ein Treffpunkt weg und damit ein Ort, an dem sich junge Menschen begegnen und sozial vernetzen könnten.

Gleichzeitig blickt er durchaus selbstkritisch auf die vergangenen Monate zurück. Er sei nie mit dem Ziel angetreten, Unruhe zu stiften, könne aber auch die Perspektive der Nachbarn nachvollziehen. Auf der anderen Seite brauche eine Innenstadt aus seiner Sicht auch am Abend Kultur, Gastronomie und soziales Leben.

Für die Zukunft wünscht er sich deshalb eine Lösung, von der beide Seiten profitieren können: mehr Gastronomie und Nachtleben in Schlüchtern, möglichst an Standorten, an denen nicht unmittelbar Anwohner betroffen sind.

Damit endet zwar die Zeit der Slümaika-Bar an ihrem bisherigen Standort. Für Slümaika ist damit aber noch lange nicht Schluss. Foodtruck, Pop-up-Events, neue Formate und möglicherweise auch der Kalte Markt sollen dafür sorgen, dass Slümaika auch künftig ein Teil des Schlüchterner Stadtlebens bleibt. (Andreas Bejm) +++

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