Im Kongresszentrum Esperanto

5. Fuldaer Gastro Tag: Aktuelle Strategien für eine moderne Patientenversorgung

Renommierte Experten und praxisnaher Austausch: Am Samstag fand im Kongresszentrum Esperanto der 5. Fuldaer Gastro Tag statt.
Fotos: Marvin Myketin

30.08.2026 / FULDA - Renommierte Experten und praxisnaher Austausch: Am Samstag fand im Hotel Esperanto der 5. Fuldaer Gastro Tag statt. Von 9 bis 15 Uhr kamen hier Fachleute zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Gastroenterologie und Hepatologie auszutauschen. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Carsten Schmidt, Direktor der Medizinischen Klinik II am Klinikum Fulda, veranstaltete die Falk Foundation das Fuldaer Gastro-Forum unter dem Titel "Aktuelle Strategien in der Gastroenterologie und Hepatologie".



Zum Verständnis: Die Gastroenterologie befasst sich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und der Verdauungsorgane. Dazu gehören unter anderem Speiseröhre, Magen, Dünn- und Dickdarm sowie Bauchspeicheldrüse und Gallenwege. Typische Krankheitsbilder sind beispielsweise chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Magengeschwüre oder Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Die Hepatologie ist ein Teilgebiet der Gastroenterologie und beschäftigt sich speziell mit der Leber und ihren Erkrankungen. Dazu zählen etwa Fettlebererkrankungen, Leberentzündungen (Hepatitis), Leberzirrhose und Lebertumoren.

Gastroenterologie im Wandel: Neue Therapien und enge Zusammenarbeit

Die Gastroenterologie entwickelt sich rasant: Neue Behandlungsmöglichkeiten, der Einsatz Künstlicher Intelligenz und Fortschritte bei chronischen sowie bösartigen Erkrankungen verändern zunehmend den klinischen Alltag. "Ich denke, dass das ein sehr dynamisches Fach ist, in dem sich sehr viele neue Optionen ergeben", erklärte Prof. Dr. Carsten Schmidt, Direktor der Medizinischen Klinik II am Klinikum Fulda, gegenüber OSTHESSEN|NEWS am Samstag. Die Gastroenterologie decke dabei eine besonders große Bandbreite an Erkrankungen ab. Neue Entwicklungen gebe es beispielsweise im endoskopischen Bereich durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Hinzu kämen neue entzündungshemmende Therapien bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sowie ein mittlerweile "breit gefächertes Armamentarium" zur Behandlung bösartiger Erkrankungen.

Ambulant und stationär gemeinsam

Neben dem medizinischen Fortschritt stand beim Gastro Tag insbesondere der Austausch zwischen Klinik und niedergelassenen Ärzten im Mittelpunkt. Diese Zusammenarbeit sei für eine gute Patientenversorgung unverzichtbar, betont Schmidt: "Nur mit der gemeinsamen Betreuung von Patienten kommt man zu einem optimalen Ergebnis." Das gelte insbesondere für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Ihre Versorgung sei nach einem Krankenhausaufenthalt häufig längst nicht abgeschlossen. Deshalb brauche es eine enge Anbindung an die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Genau hier setzt auch der Fuldaer Gastro-Tag an: "Deswegen machen wir solche Veranstaltungen, um uns auszutauschen, um ins Gespräch zu kommen, um sich auch persönlich zu treffen und kennenzulernen", so der Direktor weiter im Gespräch mit O|N.

Ernährung kann Erkrankungen beeinflussen

Gleichzeitig beobachten Mediziner, dass bestimmte Erkrankungen aus dem Bereich der Gastroenterologie häufiger auftreten. Warum ihre Zahl steigt, lasse sich nicht immer eindeutig beantworten. "Im Einzelfall ist das gar nicht geklärt", erklärt Schmidt. Eine Rolle könnten unter anderem Umweltfaktoren spielen. Auch die Ernährung könne Erkrankungen "sowohl im positiven als auch im negativen Sinne" beeinflussen. Weitere Forschung sei daher notwendig, um die Ursachen besser zu verstehen und daraus neue therapeutische Möglichkeiten abzuleiten – beispielsweise im Bereich der Ernährungstherapie.

Auch bei der Prävention kann jeder Einzelne ansetzen. "Eine ausgewogene Mischkost, die aus möglichst frischen Nahrungsmitteln bestehen sollte", sei eine wichtige Grundlage, sagt Schmidt. Hochverarbeitete Lebensmittel sollten möglichst wenig auf dem Speiseplan stehen, ebenso sollten Fett und Zucker nicht in zu großen Mengen konsumiert werden. Mindestens ebenso wichtig sei die medizinische Vorsorge. Als Beispiel nennt Schmidt die Darmkrebsvorsorge und insbesondere die Koloskopie. Auch bei anderen Risikoerkrankungen gebe es entsprechende Untersuchungen. Die Empfehlungen der behandelnden Ärzte zu befolgen, sei deshalb "ganz wichtig". (ms) +++

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