Im Fokus: Sprache und Bildung

Geschliffene Worte in der Alten Universität: Harald Martenstein begeistert

Der Kolumnist Harald Martenstein in der Aula der alten Universität in Fulda
Fotos: Hendrik Urbin/ Martin Engel

29.08.2026 / FULDA - Als einen "Meister des geschliffenen Wortes" würdigte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner den Journalisten, Kolumnisten und Schriftsteller Harald Martenstein. Der diesjährige Träger des Deutschen Sprachpreises war am Freitagabend für eine Lesung zu Gast in der Aula der Alten Universität in Fulda. Eingeladen hatten die Goethe-Gesellschaft Fulda mit den "Freunden des Museums".



Martenstein war Redakteur bei verschiedenen deutschen Tageszeitungen. Zahlreiche seiner Kolumnen erschienen in der Zeit und für die Welt am Sonntag verfasst er seit Jahren die Kolumne "Neben der Spur". Neuerdings schreibt er für die Bild-Zeitung die Kolumne "Mail von Martenstein"- als Nachfolger der Kolumnisten-Legende Franz Josef Wagner. Im Laufe seiner Karriere wurde Martenstein unter anderem mit dem Egon‐Erwin‐Kisch-Preis (2004), dem Henri-Nannen-Preis (2008), dem Theodor‐Wolff‐Preis (2012) und dem Medienpreis für Sprachkritik (2023) ausgezeichnet.

Bei der ausverkauften Veranstaltung in der Aula der Alten Universität stand das Thema "Bildung und Sprache" im Fokus. Martenstein gilt als einer der renommiertesten Beobachter und Analysten politischer, kultureller und alltäglicher Themen, die er sprachlich pointiert und scharfzüngig amüsant zu kommentieren weiß.

Der Vorsitzende der Goethe-Gesellschaft, Reinhard Schwab, begrüßte die Gäste: "Bildung ist ein lebenslanger Prozess. Sie ist der Schlüssel zur Bildung, der Grundpfeiler, auf dem sämtliche Lern- und Entwicklungsprozesse aufbauen." Harald Martenstein freut sich, in Fulda zu sein, und betont: "In so einem schönen Saal lese ich selten."

Daran erkennt man einen schlechten Autor

Und so las einer der bekanntesten Journalisten und Kolumnisten zu Beginn von George Orwell, der schon damals wusste: "Wenn es möglich ist, ein Wort zu streichen, streiche es immer." Dieses Zitat stammt aus seinem Essay "Politics and the English Language" aus dem Jahr 1946. "Einen schlechten Autor erkennt man meistens daran, dass er sich für sehr gut hält." Dieser Satz gilt sicher noch heute.

Martenstein referierte über Bildung, die deutsche Sprache und Reformen in diesen Bereichen. Wie die, dass Sitzenbleiben in Schulen abgeschafft werden soll. Dabei seien viele Politiker sitzengeblieben - wie Peer Steinbrück, der in seiner Schulzeit zweimal sitzengeblieben ist. Neben alten und neueren erschienenen Kolumnen-Texten hatte Martenstein auch von seinem Buch "Nettsein ist auch keine Lösung" Texte mitgebracht.

Auch heiß diskutierte Themen wie etwa die moderne Gendersprache oder die Band Rammstein hat Martenstein schon in seinen Texten verarbeitet - auch diese hatte er in Fulda mit dabei. Zum Abschluss präsentierte er ein mit Augenzwinkern abgeändertes TV-Interview mit der ehemaligen Umweltministerin Svenja Schulze über Zierfische.

Die Gäste waren am Ende sichtlich zufrieden über die mal amüsanten und mal nachdenklichen Texte des Kolumnisten Harald Martenstein. (Moritz Pappert) +++

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