Halbe Miete, volle Gemeinschaft
Junge Menschen für inklusives Wohnprojekt "RoggPalast" in Neuhof gesucht
Foto: Roman Herget
30.08.2026 / REGION -
Für die inklusive WG im "RoggPalast" suchen der Verein "Leben und Arbeiten in Neuhof" und antonius drei engagierte junge Menschen. Angesprochen sind Studierende, Auszubildende und junge Erwachsene, die gemeinschaftlich wohnen und den WG-Alltag aktiv mitgestalten möchten. Das moderne Wohnmodell verbindet bezahlbaren Wohnraum mit gelebter Gemeinschaft und kann deshalb auch für regionale Unternehmen interessant sein.
Im Oktober 2026 ziehen 15 bis 20 Mieterinnen und Mieter in das sanierte Gebäude in der Niederkalbacher Straße 2 ein. Das Haus befindet sich im Eigentum der Familie Happ. Die Bürgerstiftung "antonius : gemeinsam Mensch" begleitet das Vorhaben als Kompetenzzentrum für Inklusion und nachbarschaftliche Wohnformen und unterstützt bei der Verwaltung.
Jedes der rund 25 Quadratmeter großen Zimmer verfügt über ein eigenes Duschbad. Eine große Wohnküche, ein Wohnzimmer und eine Terrasse bieten viel Raum für das gemeinsame WG-Leben. Das Haus liegt fußläufig zum Bahnhof. Für Besorgungen und gemeinsame Unternehmungen stehen außerdem ein Lastenrad, E-Bikes und Fahrradtandems zur Verfügung.
Dieses Engagement unterstützt der Verein "Leben und Arbeiten in Neuhof" mit einer Aufwandsentschädigung im Rahmen einer Übungsleiterpauschale. Dadurch reduziert sich der selbst zu tragende Anteil an der monatlichen Kaltmiete von rund 400 Euro auf etwa 200 Euro.
Alltag teilen, Zusammenleben gestalten
"Wir suchen junge Leute, die die Gemeinschaft in einer vielfältigen WG als Bereicherung und Verantwortung zugleich verstehen: Sie erleben das Zusammensein mit tollen Menschen, wohnen bezahlbar und leisten ihren persönlichen Beitrag", erläutert Andree Listerski vom Verein "Leben und Arbeiten in Neuhof".
"Wie sich die einzelnen Mitbewohnerinnen und Mitbewohner einbringen, entscheiden sie gemeinsam. Vielleicht möchte jemand regelmäßig für die WG kochen, die Einkäufe übernehmen oder Ausflüge organisieren. Selbstverständlich bringen sich auch die Menschen mit Behinderung aktiv für die Gemeinschaft ein, denn im RoggPalast leben wir Inklusion auf Augenhöhe", sagt Andree Literski.
Gemeint sind alltägliche Hilfen, wie sie auch in einer gut funktionierenden Wohngemeinschaft oder Nachbarschaft selbstverständlich sind. Assistenz- und Pflegeleistungen sind davon ausdrücklich ausgenommen und werden von Fachkräften übernommen.
"Die drei freien Plätze in der inklusiven WG können auch für lokale Unternehmen interessant sein, die bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende, Werkstudierende oder Nachwuchskräfte suchen", betont Inklusionsnetzwerker Benedikt Bein. "Am wichtigsten ist jedoch, dass die zukünftigen Mitbewohnerinnen und Mitbewohner Lust auf Gemeinschaft und ein inklusives Miteinander haben. Denn der RoggPalast wird mehr als ein reines Wohnhaus: Er wird ein lebendiger Ort der Begegnung und zeigt, wie modernes Zusammenleben in unserer Region aussehen kann."
Für antonius ist der RoggPalast ein weiterer Baustein im Lebenskonzept "Ich mach mein Ding". Dieses umfasst die Lebensbereiche Bildung, Freizeit, Arbeit und Wohnen und zielt auf eine größtmögliche Verselbstständigung von Menschen mit Behinderungen.
Bewerbungen von interessierten jungen Erwachsenen sowie Anfragen von Unternehmen sind ab sofort möglich. Wer Lust auf gemeinschaftliches und inklusives Wohnen hat und sich aktiv einbringen möchte, kann sich direkt an den Verein wenden. Weitere Infos unter: www.leben-arbeiten-neuhof.de. (pm/ci)+++