Blick hinter die Kulissen
Interaktiv, innovativ und persönlich: Das Kalimuseum verändert sich grundlegend
Fotos: Philipp Gerhard
29.08.2026 / HERINGEN (W.) -
Seit 2022 wird das "Werra-Kalibergbau-Museum" in Heringen (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) starken Veränderungen unterzogen. Es wird saniert, umgebaut, aber vor allem auch neu gedacht. Gemeinsam mit Museumsleiter Dr. Arndt Macheledt entwickeln der Historiker Maximilian Kutzner und Architekt Dorian Schott eine neue Dauerausstellung, die sich völlig von dem unterscheidet, was das Kalimuseum bisher fast 30 Jahre zu bieten hatte. Man möchte kein besonders technisches Museum mehr sein, sondern vor allem die persönlichen Geschichten hinter jahrzehntelangem Bergbau in der Region beleuchten.
Aktuell ist der Großteil des Museums nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. "Nur" eine Sonderausstellung zum Thema NS-Zwangsarbeit im Bergbau ist derzeit im Erdgeschoss zu sehen, in dem sich auch die neugestaltete Tourist-Info befindet. In der oberen Etage und im Keller wird arrangiert und geplant. OSTHESSEN|NEWS durfte einen Blick hinter die Kulissen werfen und hat erfahren, wie das Museum ab 2028 aussehen soll.
Glas und Metall – sensible Geschichten und schwere Maschinen
Innerhalb der oberen Ausstellungsräume möchte man zu großen Teilen darauf verzichten, riesige Exponate aufzustellen oder große Infotafeln zu bedrucken. Mithilfe von Folien innerhalb von beleuchteten Vitrinen, die den Raum in der Nacht selbst erhellen, möchte man die Geschichte des Bergbaus flexibel und modular darstellen - geringe Kosten, effektive Raumnutzung und das alles gemeinsam mit einem sehr durchdachten und konkreten Hintergedanken. Die Vitrinen aus Glas und Metall sollen den Geist der für die Ewigkeit gebauten Maschinen des Kalibergbaus genauso symbolisieren wie die persönlichen Geschichten, die dahinterstecken - Glas und Metall finden sich überall in der Ausstellung. Eine noch nicht abgeschlossene Geschichte
Das neue Konzept ist somit nicht nur platzsparend und innovativ, sondern trotzdem wirksam und anschaulich. Es ist zudem auch schnell abgebaut und wieder neu konzipiert. Die Geschichte des Bergbaus in der Region ist schließlich nicht abgeschlossen und genau so soll sich auch die Ausstellung verändern. Die Vitrinen sollen "für die Ewigkeit" gebaut werden und die persönlichen Geschichten und alles rund um die Thematik Kalibergbau weitererzählen. Würde man die gesamte Ausstellung entfernen und austauschen, hätte man durch die genutzten Folien gerade mal einen Sack voller Plastikmüll – so spart man sich auch Spezialentsorgungen. "Wir denken, dass das die Museumswelt verändern könnte, denn es ist eine kostengünstige und neue Variante, wie man in Zukunft Museen gestalten kann", betonte Maximilian Kutzner.Anfassen, staunen und aktiv werden
Natürlich sollen die Exponate nicht einfach nur stur herumstehen - um das Ganze interaktiver zu gestalten, dürfen viele alte Gerätschaften gern auch angeschaltet werden. Das soll vor allem in der sogenannten "Kalthalle" und dem Keller geschehen, in dem weiterhin große und brachiale Maschinerien ausgestellt werden. Mit einer alten, erhaltenen Druckwalze sollen beispielsweise Schulklassen ihre eigenen Beutel mit den historischen Logos bedrucken können - so entstehen besondere Andenken an den Besuch.