Auf Schloss Fasanerie
Markt für echte Dinge: Handwerk zum Anfassen, Mitmachen und Staunen
Alle Fotos: Martin Engel
24.08.2026 / EICHENZELL -
Zigarren selbst drehen, Silberringe schmieden und den Produzenten direkt über die Schulter schauen: Mit dem "Markt für echte Dinge" hat Schloss Fasanerie am Wochenende ein Format präsentiert, das bewusst andere Akzente setzt als das bekannte Fürstliche Gartenfest im Mai. 110 Aussteller zeigten drei Tage lang, was Handwerk, Design und Manufakturarbeit heute ausmacht – am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein.
Erfolgreicher Verlauf trotz durchwachsenem Start
"Nach einem etwas unruhigen Start – wetterbedingt am Freitag und Samstag – freuen wir uns heute über herrlichstes Wetter", berichtet Tina Groth-Müller, Leiterin der Fürstlichen Gartenfeste auf Schloss Fasanerie, im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Ihre Bilanz fiel dennoch schon vorab zufrieden aus: "Wir sind immer zufrieden, wenn unsere Aussteller zufrieden sind – und auch unsere Besucher." Trotz der wechselhaften Bedingungen konnten die Veranstalter die Besucherzahlen des Vorjahres halten, sowohl am Freitag als auch am Samstag. Für den abschließenden Sonntag rechnete Groth-Müller mit einem erfolgreichen dritten Tag: "Wir gehen davon aus, dass wir ähnliche Zahlen erreichen wie im vergangenen Jahr." Der Unterschied zum Gartenfest
Wer beide Veranstaltungen kennt, erkennt schnell die unterschiedliche Handschrift. "Beim Markt für echte Dinge haben wir ein anderes Ausstellerspektrum als bei den Fürstlichen Gartenfesten", erklärt die Leiterin. "Die Konzentration liegt hier auf Handwerk, Design, Manufakturen und Kulinarik." Hinzu kommt ein weiterer Unterschied: Für den Markt öffnen sich Innenräume, die im Mai verschlossen bleiben – darunter die Werkstatt, die Ställe und die Kaktushalle. Gerade sie boten den Besuchern spannende Einblicke abseits der Marktstände. Mitmachen ausdrücklich erwünscht
Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal ist jedoch die Nähe zu den Produzenten. "Das Besondere ist, dass die Besucher den Produzenten wirklich über die Schultern schauen können – und sich in Workshops auch selbst ausprobieren dürfen", so Groth-Müller. Sämtliche Mitmach-Angebote sind dabei im Eintrittspreis enthalten und kosten nichts extra. Das Spektrum reichte vom Zigarrendrehen bis zum Schmieden von Silberringen. Eine Szene vom Vortag blieb der Veranstalterin besonders in Erinnerung: "Die Männer sind gestern alle mit strahlenden Augen und ihrer selbstgedrehten Zigarre aus dem Workshop gekommen." Genau dieses unmittelbare Erleben macht den Markt aus: "Produkte anfassen, begreifen – und sich auch mal mit dem Produzenten austauschen: Wie wird das gemacht, was passiert da? Das macht es so besonders." Regionale Wurzeln, überregionale Vielfalt
Bei der Zusammenstellung der 110 Aussteller setzen die Veranstalter auf eine Mischung. Zahlreiche Betriebe stammen aus der Region – wobei Groth-Müller die Zusammenarbeit mit einer regionalen Kooperation hervorhob, die mit fünf Ausstellern vertreten war. Zugleich reisten viele Teilnehmer von weiter her an, teils bis aus Norddeutschland und Berlin. "Die kreative Szene ist da durchaus überregional aufgestellt", so die Leiterin gegenüber O|N. Ein Markt, der Handwerk erlebbar macht
Ob in der Werkstatt, in den Ställen oder in der Kaktushalle: Der "Markt für echte Dinge" hat einmal mehr gezeigt, dass Handwerk vor allem dann fasziniert, wenn man es mit eigenen Händen erleben kann. Zwischen Werkbänken, Vorführungen und Gesprächen mit den Machern entstand ein Wochenende, das die Besucher nicht nur zum Schauen, sondern zum Ausprobieren einlud. (Marvin Hucke) +++
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