Zum Bühnenabschied von Ulli Meiß

Ruinenmauern beben: Publikum bejubelt Dirigent, Orchester und Chor

Dort, wo die Festspiele zuhause sind, die weit über die Stadtmauern Bad Hersfelds Theater auf Topniveau Jahr für Jahr zehntausende Liebhaber anziehen, feierte das Publikum am Samstagabend den Dirigenten und Chorleiter Ulli Meiß.
Fotos: André Söllner

23.08.2026 / BAD HERSFELD - Dieser Abend wird ganz sicher in die Geschichtsbücher der Stiftsruine eingehen. Und dieses Buch hat so viele Seiten wie kaum ein anderes. Dort, wo die Festspiele zuhause sind, die weit über die Stadtmauern Bad Hersfelds Theater auf Topniveau Jahr für Jahr zehntausende Liebhaber anziehen, feierte das Publikum am Samstagabend den Dirigenten und Chorleiter Ulli Meiß.



Der Studiendirektor an der Modell- und Gesamtschule Obersberg (MSO) hatte im Vorfeld des traditionellen Abschlusskonzerts der Festspielsaison seinen Abschied auf der Bühne verkündet. Vor 30 Jahren war es seine Initiative, den Chor der MSO und das Blechbläserensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule zu gründen.

Vom ersten gemeinsamen Konzert in der evangelischen Kirche im Stadtteil Eichhof bis hin zu den mehrfach ausverkauften Konzerten in der Stiftsruine und in der Vorweihnachtszeit in der Stadtkirche wurde daraus eine Erfolgsgeschichte, die auch überregional und bei Wettbewerben Beachtung fand.

Die Qualität der Musiker und Sänger ist beeindruckend und bei jedem Konzert eine Wohltat, den jungen Sängerinnen und Sängern sowie den begnadeten Musikern zuzuhören. Das war auch an diesem Wochenende wieder so. Absolute Spitzenklasse, was sie gut zweieinhalb Stunden auf dieser gewaltigen Bühne zauberten. Neben den Konzerten sorgte Meiß aber auch für den kulturellen Austausch und organisierte Reisen in viele Länder dieser Welt. Musik als Völkerverständigung, als Erfahrungsschatz, den die jungen Menschen ihr ganzes Leben mittragen werden.

So vielfältig wie die Reisen ist auch die Auswahl der Lieder, die der Chor und die Blechbläser teils gemeinsam auf der mächtigen Bühne präsentieren. Auch an diesem Samstag gelang es ihnen perfekt, die Stiftsruine mit ihrem Klang zu füllen, die Besucher in der natürlich ausverkauften Ruine zu fesseln, zu begeistern und zu stehenden Ovationen mitzunehmen. Dazu eine perfekte Beleuchtung. Was für ein Abend, was für Emotionen. Gleich mehrfach erhoben sich die rund 1.300 Besucher von ihren Sitzen, applaudierten, sangen mit und erfreuten sich an dem Mix der Lieder. Ob "Steigerlied", "Vogelswiese" oder "It´s my Life", Popsongs zum Träumen, Volkslieder von der Liebe und rund um die schöne Natur - für jeden Geschmack war etwas dabei. Die Blechbläser begeisterten beispielsweise mit "Star Wars", "Pirates of Caribbean" oder "Berliner Luft" - um eine kleine Auswahl zu nennen. Den herrlichen Darbietungen setzten gleich mehrere Solokünstler die Krone auf. Was eine Qualität, was ein Genuss.

Mit dem wuchtigen "I will survive" und "O When the Saints" ging dieser wunderbare Konzertabend nach gut zwei Stunden in das Finale, welches nochmal alle Emotionen hochkommen ließ. Mit "Uli, Uli"-Sprechchören, mit mehrfachem minutenlangem Applaus, lautem Poltern mit den Füßen, Handylichtern würdigte sie an diesem Abend die Sänger, die Musiker und vor allem den Mann, der all diese perfekten Konzerte mit seinem Engagement, seiner Leidenschaft und seiner Gabe, die jungen Menschen für die Musik zu begeistern, erst möglich gemacht hat: Ulli Meiß.

Sehen Sie nachfolgend und in zwei weiteren Bilderserien die Eindrücke von unserem OSTHESSEN|NEWS-Fotografen André Söllner, der bei seinem zweiten Abschlusskonzert am Sonntag ebenfalls auf der Bühne steht und mitsingt. (Hans-Hubertus Braune) +++

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