Abholerin mit lilafarbenem Rollkragen
Schon wieder Schockanruf: Seniorin um Gold und Schmuck gebracht
Symbolbild: O|N / Pixabay
21.08.2026 / NIDDERAU -
Nachdem erst am vergangenen Freitag eine Seniorin in Freigericht (Main-Kinzig-Kreis) Opfer von dreisten Betrügern wurde, hat es nun schon wieder eine ältere Frau getroffen. Auch in Nidderau setzten die Täter auf die perfide Masche des sogenannten Schockanrufs: Sie täuschten einen schweren Verkehrsunfall der Tochter vor und forderten eine hohe Kaution.
Demnach, so die bisherigen Erkenntnisse, erhielt die Dame am Mittwochabend gegen 20 Uhr einen Anruf von einer unbekannten Nummer. Zunächst meldete sich eine Person, die sich als ihre Tochter ausgab und behauptete, einen schweren Unfall verursacht zu haben. Kurz darauf übernahm eine weitere weibliche Stimme das Gespräch. Die Anruferin gab sich als Polizeibeamtin aus und erklärte, die Tochter habe einen Unfall verursacht, bei dem eine Frau und ihr Kind überfahren worden seien. Anschließend forderte sie eine hohe fünfstellige Kaution und drohte damit, dass die Tochter andernfalls in Haft müsse.
Als die Seniorin angab, Gold und Schmuck zu Hause zu haben, kündigte die falsche Polizeibeamtin an, eine "Kollegin" werde die Wertgegenstände abholen. Zwischen 22 und 22.30 Uhr erschien tatsächlich eine bislang unbekannte Frau an der Wohnanschrift. Die Seniorin hatte die Wertsachen in einen roten Stoffbeutel gepackt und übergab diesen der Abholerin.
Die Polizei warnt eindringlich
Unzählige Fälle in der Vergangenheit, zwei innerhalb weniger Tage und immer wieder die nahezu identische Masche: Die Polizei warnt erneut eindringlich vor sogenannten Schockanrufen. Die Täter geben sich als Angehörige oder Amtspersonen aus, erfinden schwere Unglücksfälle und setzen ihre Opfer anschließend mit hohen Kautionsforderungen unter Druck.Echte Polizeibeamte, Staatsanwälte oder andere Behördenmitarbeiter fordern niemals Bargeld, Gold oder Schmuck als Kaution und schicken auch keine Personen zur Abholung von Wertsachen.
Wer einen solchen Anruf erhält, sollte sich nicht unter Druck setzen lassen, das Gespräch beenden und den vermeintlich betroffenen Angehörigen selbst unter einer bekannten Telefonnummer kontaktieren. Im Zweifel sollte sofort die Polizei verständigt werden.
Die Kriminalpolizei Hanau bittet Zeuginnen und Zeugen, die am Mittwochabend im Bereich der Wohnanschrift der Geschädigten verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Angaben zur beschriebenen Abholerin machen können, um Hinweise unter der Rufnummer 06181 100-123. (pg/pm) +++
Symbolbild: O|N / Pixabay