Der Stadtpfarrer bei O|N

Die Vierzehn Nothelfer - Zeugen des Glaubens und Begleiter in der Not

Stadtpfarrer Stefan Buß.
Archivfoto: O|N/ Carina Jirsch

29.08.2026 / FULDA - Jeder Mensch kennt Zeiten der Not. Krankheit, Angst, Einsamkeit, Krieg, Sorgen um die Familie oder die Zukunft – all das gehört zu unserem Leben. Gerade in solchen Momenten sehnen wir uns nach Hoffnung und nach Menschen, die uns beistehen.



In der christlichen Tradition gibt es die Verehrung der Vierzehn Nothelfer. Manche fragen: Wer sind sie? Warum gerade vierzehn? Und was bedeuten sie für unseren Glauben?

Zunächst ist wichtig: Die Vierzehn Nothelfer sind keine Ersatzgötter. Sie stehen niemals an der Stelle Gottes. Sie weisen vielmehr auf Jesus Christus hin. Wie gute Freunde beten sie mit uns und für uns. So wie wir einen Freund bitten können: "Bitte bete für mich", so dürfen wir auch die Heiligen um ihre Fürsprache bitten.

Die Verehrung der Vierzehn Nothelfer entstand im 14. Jahrhundert, als Europa von Pest, Hungersnöten und Kriegen heimgesucht wurde. Die Menschen suchten Trost und Hoffnung. Sie erfuhren, dass Gott seine Nähe auch durch das Vorbild der Heiligen schenkt.

Wer sind diese vierzehn Nothelfer?

Der heilige Achatius erinnert uns daran, auch in schweren Prüfungen standhaft im Glauben zu bleiben.

Der heilige Ägidius gilt als Helfer für Menschen mit Sorgen, Ängsten und Behinderungen. Er zeigt, dass Gottes Liebe besonders den Schwachen gilt.

Die heilige Barbara ist Patronin der Sterbenden sowie vieler Berufe, besonders der Bergleute. Sie erinnert uns daran, immer bereit zu sein, Christus zu begegnen.

Der heilige Blasius ist vielen durch den Blasiussegen bekannt. Er steht für Gottes heilende Kraft und seinen Schutz.

Die heilige Katharina von Alexandrien verkörpert Weisheit und den Mut, für die Wahrheit einzustehen.

Der heilige Christophorus ist der Patron der Reisenden. Er erinnert uns daran, dass Christus unser Begleiter auf allen Wegen ist.

Der heilige Cyriakus schenkt Hoffnung für Menschen, die unter schweren Belastungen leiden.

Der heilige Dionysius mahnt uns, auch unter Verfolgung treu zu Christus zu stehen.

Der heilige Erasmus ist ein Zeichen der Geduld im Leiden.

Der heilige Eustachius zeigt, dass Gott auch in den dunkelsten Stunden bei uns bleibt.

Der heilige Georg ist Sinnbild für den Sieg des Guten über das Böse. Sein Kampf mit dem Drachen erinnert daran, dass Christus das Böse endgültig besiegt hat.

Die heilige Margareta von Antiochien steht besonders Schwangeren und Familien bei und ist ein Vorbild des Vertrauens auf Gott.

Der heilige Pantaleon war Arzt. Er erinnert daran, dass jede Heilkunst letztlich Gottes Geschenk ist.

Der heilige Vitus schenkt Hoffnung besonders jungen Menschen und allen, die unter Krankheiten leiden.

Jeder dieser Heiligen hat sein eigenes Leben gelebt. Sie waren unterschiedlich in Herkunft, Beruf und Begabung. Doch sie hatten eines gemeinsam: Sie vertrauten Gott mehr als ihrer eigenen Angst. Gerade deshalb wurden sie für viele Menschen zu Hoffnungszeichen.

Die Vierzehn Nothelfer lehren uns, dass niemand allein glauben muss. Die Kirche ist eine Gemeinschaft – auf Erden und im Himmel. Wir tragen einander im Gebet. Die Heiligen erinnern uns daran, dass Gottes Liebe stärker ist als Krankheit, Angst und Tod.

Am Ende dürfen wir jedoch nie vergessen: Unsere eigentliche Hoffnung ist Jesus Christus. Er allein ist unser Erlöser. Die Nothelfer führen uns zu ihm. Sie sagen uns gleichsam: "Schaut nicht auf uns, sondern auf Christus. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben."

Bitten wir deshalb Gott, dass wir in jeder Not den Mut finden, ihm zu vertrauen. Mögen die Vierzehn Nothelfer uns Vorbilder des Glaubens sein und uns durch ihre Fürsprache begleiten, bis wir einst das Ziel unseres Lebens erreichen.

Ihr heiligen Nothelfer, bittet für uns! (Stefan Buß) +++

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