Polizei zieht Bilanz
ROADPOL-Kontrollen in Hessen: Mehr als 3.000 Temposünder an einem Tag
Symbolbilder. O|N
11.08.2026 / REGION -
Im Rahmen der europaweiten ROADPOL-Speed-Kontrollwoche fanden vom 3. bis 9. August hessenweit verstärkte Verkehrskontrollen statt. Ziel der Aktion war es, das Bewusstsein für die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit zu schärfen. Zu schnelles Fahren zählt nach wie vor zu den häufigsten Ursachen schwerer Verkehrsunfälle und ist häufig mitverantwortlich für tödliche Unfälle.
Höhepunkt der Kontrollwoche war in Hessen der "Action Day Speed" am 6. August. Rund 240 Einsatzkräfte waren landesweit im Einsatz. Neben Geschwindigkeitskontrollen suchten die Polizistinnen und Polizisten vielerorts das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern, um auf die Risiken überhöhter Geschwindigkeit aufmerksam zu machen. Rücksichtnahme, angepasste Geschwindigkeit und verantwortungsbewusstes Verhalten gelten als wichtige Voraussetzungen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.
3.018 Geschwindigkeitsverstöße an einem Tag
Von rund 48.800 am 6. August kontrollierten Fahrzeugen hielten sich 3.018 Fahrerinnen und Fahrer nicht an die vorgeschriebenen Tempolimits. Für 92 von ihnen hat der Verstoß zudem ein Fahrverbot zur Folge. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Westhessen registrierten die Einsatzkräfte mehrere teils erhebliche Verstöße. Auf der Theodor-Heuss-Brücke wurde ein Fahrzeug auf dem Weg von Mainz nach Wiesbaden mit 87 km/h gemessen. Erlaubt sind dort 50 km/h. Den Fahrer erwarten ein Bußgeld von 260 Euro, zwei Punkte im Fahreignungsregister sowie ein einmonatiges Fahrverbot.
Kinder ungesichert im Auto: Fahrer per Haftbefehl gesucht
Bei einer Kontrolle im Bereich Klarenthaler Straße/Blumenthalstraße stellten die Beamten außerdem fest, dass auf der Rückbank eines Fahrzeugs zwei Kinder ohne angelegten Sicherheitsgurt befördert wurden. Dafür sieht der Bußgeldkatalog ein Bußgeld von 70 Euro sowie einen Punkt im Fahreignungsregister vor. Bei der anschließenden Überprüfung des Fahrers stellte sich zudem heraus, dass gegen ihn ein Haftbefehl vorlag. Der Mann wurde daraufhin festgenommen. Flucht durch den Gegenverkehr endet mit Festnahme
Besonders brisant verlief eine weitere Kontrolle auf der Theodor-Heuss-Brücke. Ein blauer VW Polo, der aus Mainz kommend in Richtung Wiesbaden unterwegs war, wurde zunächst mit 64 km/h gemessen. Als die Einsatzkräfte das Fahrzeug kontrollieren wollten, beschleunigte der Fahrer, wechselte auf die Gegenfahrbahn und bog anschließend unmittelbar auf die Rampenstraße in Richtung Wiesbadener Straße ab. Nach Einschätzung der Beamten war es lediglich dem Umstand geschuldet, dass zu diesem Zeitpunkt kein Gegenverkehr herrschte, dass es nicht zu einem Unfall kam. Die sofort eingeleitete Verfolgung und anschließende Fahndung blieben zunächst erfolglos.Wenig später entdeckten Zivilbeamte das Fahrzeug unweit der Rampenstraße. Als der verantwortliche Fahrer kurze Zeit später zu dem Wagen zurückkehrte und losfahren wollte, verhinderten die Beamten dies und nahmen ihn fest. Gegen den Mann wird nun unter anderem wegen des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs, Fahrens unter dem Einfluss berauschender Mittel, eines Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz sowie Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt.
Deutliche Tempoverstöße auch in Frankfurt und Südosthessen
Auch an Kontrollstellen in Südosthessen wurden erhebliche Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Auf der A661 wurde ein 54-jähriger Autofahrer im Baustellenbereich mit 141 km/h bei erlaubten 100 km/h gemessen. Ihn erwarten ein Bußgeld von 320 Euro, zwei Punkte in Flensburg sowie ein einmonatiges Fahrverbot. Im Frankfurter Stadtgebiet überschritt ein weiterer Fahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Sindlinger Mainbrücke (B40) besonders deutlich. Er wurde mit 141 km/h gemessen, obwohl dort lediglich 60 km/h erlaubt sind. Auch ihn erwartet ein Fahrverbot. Polizei mahnt zu mehr Verantwortung im Straßenverkehr
Die Ergebnisse des Aktionstages zeigen, dass viele Verkehrsteilnehmer die Gefahren von Geschwindigkeitsüberschreitungen weiterhin unterschätzen. Bereits eine vermeintlich geringe Überschreitung kann im entscheidenden Moment darüber entscheiden, ob ein Unfall verhindert wird oder schwere Folgen hat. Die Polizei appelliert deshalb an alle Verkehrsteilnehmer, geltende Tempolimits einzuhalten, die Geschwindigkeit den jeweiligen Verkehrs- und Straßenverhältnissen anzupassen und jederzeit rücksichtsvoll sowie verantwortungsbewusst unterwegs zu sein. (pm/jk) +++