Sichere Streifen?
ADAC prüft Fußgängerüberwege rund um Grundschulen in Hessen
Fotos: Steve Bauerschmidt / ADAC Hessen-Thüringen e.V.
11.08.2026 / REGION -
Zum Start ins neue Schuljahr sind wieder viele Schülerinnen und Schüler in Hessen unterwegs. Auf dem Weg zum Schulgebäude und zurück nach Hause müssen sie dabei regelmäßig volle Straßen überqueren. Der ADAC Hessen-Thüringen hat daher in Frankfurt, Kassel und Hanau 146 Zebrastreifen im Umfeld von Grundschulen genauer überprüft.
Die gute Nachricht: 68 Prozent der Querungsstellen sind gut und sicher angelegt. Besonders positiv sind Beleuchtung und Beschilderung hervorzuheben, hier wurden nur in wenigen Fällen Defizite festgestellt.
Sicherheit auf dem Schulweg
Grundschülerinnen und Grundschüler sind aufgrund ihrer Größe einer besonderen Gefahr im Straßenverkehr ausgesetzt, da sie hinter oder zwischen geparkten Autos schnell übersehen werden können. Umso wichtiger ist es, Schulwege besonders sicher zu gestalten.Fehlende Sichtbarkeit
An 14 Prozent der untersuchten Zebrastreifen war die Sicht durch parkende Autos derart eingeschränkt, dass ein herannahender Autofahrer ein Grundschulkind nicht mehr rechtzeitig hätte sehen können. Selbst eine Gefahrenbremsung könnte eine Kollision von Fahrzeug und Fußgänger in einer solchen Situation kaum mehr verhindern.Viele Fahrbahnen zu breit
Barrierefreiheit ausbaufähig
Eine Bordsteinabsenkung für Gehbehinderte ist zwar die Regel, aber auch nicht selbstverständlich. Allein im Frankfurter Westend, ein Stadtviertel mit historisch geprägter Bausubstanz, fanden die Experten neun Zebrastreifen mit nicht abgesenkten Bordsteinen vor. Bei der Infrastruktur für Sehbehinderte sieht es deutlich schlechter aus: Tastbare Leitsysteme fanden die Experten nur an einem Viertel der Querungen. Weitere Informationen zum ADAC Check gibt es unter: www.adac.de/hth-zebrastreifenEmpfehlungen des ADAC
Der ADAC mahnt alle Verkehrsteilnehmer zu einem umsichtigen Verhalten im Bereich von Fußgängerüberwegen. Das Blockieren von Sichtbeziehungen zwischen Fußgängern auf Warteflächen und Kfz-Fahrern durch parkende Fahrzeuge stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, Autofahrer sollten sich dieser Gefahr bewusst sein.Letztlich ist es Aufgabe der Kommunen, die Fußgängerüberwege auf ihren Straßen sicher zu gestalten. Dazu gehören insbesondere freie Sichtachsen, angepasste Geschwindigkeitsvorgaben und kurze Querungswege.
Zur Methodik
Die Begutachtung der Fußgängerüberwege fand im Zeitraum März bis Mai 2026, an Wochentagen außerhalb der Schulferien zwischen 8 und 15 Uhr statt. In den Städten Frankfurt, Kassel und Hanau wurden Stadtviertel mit unterschiedlichen Wohnlagen gemäß dem örtlichen Mietspiegel ausgesucht. Dabei wurden alle Zebrastreifen innerhalb eines Grundschulbezirkes untersucht, mit Ausnahme von Zebrastreifen in Kombination mit Fußgängerampeln und Kreisverkehrsplätzen.Als Grundlagen für die Beurteilung der Verkehrssicherheit von Zebrastreifen wurden die einschlägigen Regelungen im deutschen Verkehrsrecht sowie die technischen Empfehlungen der Forschungsgesellschaft für Straßen und Verkehrswesen herangezogen. (pg/pm) +++