Zum Schulstart in Hessen
"Kinder sind stark gefährdet" - Kreisverkehrswacht kämpft für sichere Schulwege
Foto: Marvin Myketin
11.08.2026 / FULDA -
Für viele Kinder in Osthessen beginnt am heutigen Tage mit dem ersten Schultag ein neuer Lebensabschnitt. Umso wichtiger ist es, passend zum Schulstart erneut auf die Gefahren und Risiken für Kinder auf dem alltäglichen Schulweg hinzuweisen. Unter dem Motto "Tempo runter bitte – Schulanfang. Kinder leben von Ihrer Rücksicht", appellierte die Kreisverkehrswacht Fulda an alle Verkehrsteilnehmer.
"Das hier ist nicht das Wort zum Sonntag. Vielmehr richtet sich unsere Botschaft an alle zum Thema Verkehrssicherheit: Mehr Aufmerksamkeit, mehr Rücksicht und mehr Toleranz". Mit diesen Worten eröffnete der ehemalige Polizist Gerhard Brink und jetzige Präsident der Kreisverkehrswacht Fulda die Informationsveranstaltung an der Ottillienschule in Fulda-Niesig. Mit vor Ort waren unter anderem Vertreter der Polizei, darunter der Chef der Polizeidirektion Fulda Tobias Murch, Pascal Born von der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Fulda, die Schulleiterin der Ottilienschule Michaela Umlauf und Stefanie Bode, Mitglied des Vorstandsstabes der Sparkasse Fulda.
Anstieg von Verkehrsunfällen mit Kindern im Jahr 2025
Mit Überzeugung und Nachdruck ergriff Gerhard Brink zur Eröffnung der Veranstaltung das Wort. Bereits seit vielen Jahren hält er Informationsveranstaltungen ab, um die Verkehrssicherheit an Schulen zu verbessern. Und doch betont er, dass Prävention wiederkehrend stattfinden muss, damit sie ihre Wirkung entfalten. "Wir wollen Aufmerksamkeit schaffen und die Rücksichtnahme fördern, damit wir in Zukunft mehr Sicherheit kriegen", betont der 78-Jährige vehement."Elterntaxis sind ein großes Problem"
Entsprechend ergreift Tobias Murch das Wort, seit April dieses Jahres der neue Leiter der Polizeidirektion Fulda. "Schulwegssicherheit ist für uns ein sehr wichtiges Thema. Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer und sind damit besonders schützenswert", so Polizeidirektor Murch, der sich gleichzeitig für das große Engagement der Verkehrswacht bedankt. "Die Kinder müssen den Umgang mit dem Verkehr erlernen und Selbstständigkeit üben. Und an die Eltern wollen wir auch appellieren, nicht nur langsam zu fahren, sondern nach Möglichkeit kein Elterntaxi zu spielen."
Besagte Elterntaxis sind bereits lange Kern der Debatte. Sie erhöhen morgens nicht nur das Verkehrsaufkommen vor der Schule und damit das Risiko von Unfällen, sondern verhindern gleichermaßen, dass Kinder auf dem eigenen Schulweg Selbstständigkeit und Verkehrsteilnahme erlernen. Besonders wichtig sei es, Eltern bei ihrem eigenen Gewissen zu packen - und das ginge am besten durch die eigenen Kinder: "Wir müssen die Eltern durch die eigenen Kinder erreichen. Das ist viel effektiver", so Gerhard Brink weiter. Ähnliches berichtet auch Michaela Umlauf, Schulleiterin der Ottilienschule in Fulda-Niesig. "Wir haben festgestellt, dass es leichter ist, den Anreiz über die Kinder zu setzen."
Ein dringender Appell an alle Verkehrsteilnehmer
Gut 27 Spannbänder wurden bestellt, die an wichtigen Stellen aufgehängt werden sollen und die Verkehrsteilnehmer dazu anhalten sollen, das Tempo zu reduzieren. Auch ein neues Dialogdisplay ist im Gespräch. Dabei bedankt sich Gerhard Brink nachdrücklich bei der Sparkasse Fulda, die das Projekt seit Jahren finanziell unterstützt. "Diese Unterstützung ist seit Jahren eine feste Größe in unserem Jahresplan und das ist uns sehr wichtig. Wir wollen es den Kindern ermöglichen, den Schulweg eigenständig zu gestalten", so Stefanie Bode vom Vorstandsstab der Sparkasse Fulda.
Für seine Agenda ist Gerhard Brink weiterhin viel in Hessen unterwegs, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Und trotz deutlich gesunkener Zahlen seit den neunziger Jahren ist das Thema nach wie vor wichtig. Neue Entwicklungen wie das Aufkommen von E-Scootern und größeren Fahrzeugen wie SUVs erfordern das stetige Erinnern an das wichtige Motto: "Tempo runter bitte! – Schulanfang!" (kru) +++