"Ziele sollen messbar gemacht werden"
Fuldaer Schulstart 2026/27: Mehr Lehrer, neue Angebote, klare Ziele
Fotos: Victoria Wagner
11.08.2026 / FULDA -
102 Schulen, 20.872 Schülerinnen und Schüler an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen und 1.969 Lehrstellen: Zum Start des Schuljahres 2026/27 hat das Staatliche Schulamt für den Landkreis Fulda beim jährlichen Pressegespräch die aktuellen Schwerpunkte und Zahlen vorgestellt. Im Fokus stehen mehr Personal, Ganztag, Digitalisierung, Gesundheit und Förderung.
Zum Zuständigkeitsbereich gehören insgesamt 102 Schulen, davon 86 öffentliche und 16 private. Allein unter den öffentlichen Schulen befinden sich 54 Grundschulen, fünf Gymnasien, vier berufliche Schulen und weitere Haupt-, Real-, Förder- und Gesamtschulen. Von den öffentlichen Schulen liegen 63 in Trägerschaft der Stadt Fulda.
2.249 neue Grundschüler - 101 Erstklässler allein an der Cuno-Raabe-Schule
Für das neue Schuljahr werden an den öffentlichen Grundschulen insgesamt 2.249 Kinder neu aufgenommen. Davon starten 2.012 direkt in der Grundschule, weitere 163 mit flexiblem Schulanfang. Die Unterschiede zwischen den Schulen sind groß: An der Cuno-Raabe-Schule werden 101 Erstklässler erwartet, an der Don-Bosco-Schule 90 und an der Florenbergschule 77. Am anderen Ende liegen unter anderem das Hessische Kegelspiel mit neun sowie mehrere kleine Grundschulen mit nur zehn oder elf Erstklässlern. Insgesamt sinkt die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen leicht von 877 auf 621. Mehr Lehrstellen trotz leicht sinkender Schülerzahl
Die Zahl der Lehrstellen steigt hingegen weiter an. Für das Schuljahr 2026/27 stehen 1.969 Stellen zur Verfügung. Im Vorjahr waren es 1.995, 2024/25 noch 1.938. Damit kamen innerhalb von zwei Jahren 31 Stellen hinzu. Zusätzlich wurden für das neue Schuljahr 35 Lehrkräfte eingestellt. Dass trotz rückläufiger Schülerzahlen weiter Personal aufgebaut werde, zeige, welchen Stellenwert Bildung in Hessen habe, hieß es beim Pressegespräch. Eine Überversorgung werde es dennoch nicht geben, da zusätzliche Ressourcen unter anderem für Ganztag, Förderung und individuelle Unterstützung benötigt würden, so der stellvertretende Amtsleiter Harald Persch. 81 Schulen im Ganztagsprogramm
Auch beim Ganztag ist die Region breit aufgestellt. Insgesamt sind 81 öffentliche Schulen in das Landesprogramm integriert. Davon arbeiten zwölf Schulen im Profil eins, 67 im Profil zwei und zwei im Profil drei. Amtsleiterin Marion Vancuylenburg betonte, dass die Schulen außerdem stärker datenbasiert arbeiten sollen. "Ziele sollen messbar gemacht werden", sagte sie. Daten sollen analysiert und daraus individuelle Entwicklungsziele für Schulen abgeleitet werden.Digitalisierung und Schulpsychologie im Fokus
Auch die Medienbildung bleibt ein Schwerpunkt. Smartphone-Schutzzonen werden weiter etabliert und ab Klasse fünf können Schulen das Angebot "Digitale Welt" nutzen. Zusätzlich steht mit AIS.chat ein schulbezogener, datenschutzkonformer KI-Chatbot bereit. Im Bereich Schulpsychologie sind alle sieben Stellen vollständig besetzt. Die Psychologen sind regelmäßig direkt an den Schulen tätig. "Die gesamte Schulgemeinde steht dabei im Fokus", erklärte Vancuylenberg. Neben Schülerinnen und Schülern sollen auch Lehrkräfte stärker bei Fragen zu psychischer und körperlicher Gesundheit unterstützt werden. Deutschförderung, Berufsorientierung und Demokratiebildung
Bei der Deutschförderung sinkt die Zahl der Kinder in Intensivmaßnahmen, trotzdem bleibt das Angebot breit. Der stellvertretende Amtsleiter Harald Persch verwies unter anderem auf Ferienprojekte wie den "Deutsch-Sommer". Außerdem werde Berufsorientierung immer früher angesetzt: "Wir setzen jetzt schon in der Grundschule an." Zehn Schulen im Zuständigkeitsbereich nehmen außerdem am Startchancen-Programm teil. Im Fokus stehen zusätzliche Förderung in Deutsch und Mathematik sowie sozialpädagogische Angebote. Auch Demokratiebildung soll weiter gestärkt werden. Schulamtsdezernent Christian Pießnack betonte: "Es gibt nicht nur eine Meinung. Wichtig ist, Pluralität herauszustellen und alle Seiten zu beleuchten."So startet das neue Schuljahr in Fulda mit etwas weniger Schülerinnen und Schülern, aber mehr Lehrstellen, mehr Ganztagsangeboten und einer breiten Palette verschiedenster und zusätzlicher Unterstützungsmaßnahmen. (vm) +++