Bei Tante Enso
SPD-Kreistagsfraktion informiert sich über neue Wege der Nahversorgung
Fotos: privat
09.08.2026 / HOHENRODA -
Für die zweite Station ihrer Sommertour hat die SPD-Kreistagsfraktion Fulda den Landkreis Fulda ausnahmsweise verlassen. Das Ziel lag jedoch ganz bewusst im benachbarten Hohenroda-Mansbach im Landkreis Hersfeld-Rotenburg: Der dortige Tante-Enso-Markt gilt als erfolgreiches Beispiel für eine zukunftsfähige Nahversorgung im ländlichen Raum – ein Thema, das aktuell auch für den Landkreis Fulda von großer Bedeutung ist.
An dem Besuch nahmen neben den Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion auch die Landtagsabgeordnete Tanja Hartdegen sowie weitere Gäste aus der Nachbargemeinde Eiterfeld teil.
Begrüßt wurden die Teilnehmer vom Geschäftsführer der Tante-Enso-Märkte, Thomas Gutberlet, der das Konzept des Unternehmens vorstellte und einen umfassenden Einblick in die Entwicklung der vergangenen Jahre gab. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Idee des genossenschaftlich getragenen Dorfladens, die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger sowie die Frage, wie sich die Nahversorgung auch in kleineren Gemeinden dauerhaft sichern lässt.
Thomas Gutberlet berichtete, dass das Unternehmen optimistisch sei, bei allen Tegut-Standorten im Landkreis Fulda, für die Tante Enso Interesse an einer Übernahme habe, das erforderliche Quorum an Genossenschaftsanteilen zu erreichen beziehungsweise teilweise bereits erreicht zu haben. Darüber hinaus erläuterte er den Fraktionsmitgliedern ausführlich, wie die Umstellung eines Tegut-Marktes auf einen Tante-Enso-Markt ablaufen wird, welche Schritte hierfür notwendig sind und welche Erfahrungen das Unternehmen bislang gesammelt hat. Im anschließenden Gespräch beantwortete Gutberlet zahlreiche Fragen der Teilnehmer.
Nahversorgung bedeutet Lebensqualität
Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Michael Busold, zeigte sich von dem Ansatz überzeugt: "Auch wenn wir für diesen Termin einmal die Kreisgrenze überschritten haben, betrifft das Thema den Landkreis Fulda unmittelbar. Die Sicherung der Nahversorgung gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge und ist eine der entscheidenden Zukunftsfragen für den ländlichen Raum. Gerade vor den aktuellen Veränderungen im Lebensmitteleinzelhandel müssen wir uns mit innovativen Konzepten beschäftigen."Busold betonte, dass das genossenschaftliche Modell weit über den klassischen Lebensmittelverkauf hinausgehe. "Wo Menschen Verantwortung für ihren Ort übernehmen und sich gemeinsam für den Erhalt eines Marktes engagieren, entsteht ein echter Mehrwert für das Dorfleben. Nahversorgung bedeutet Lebensqualität, kurze Wege und ein Stück gesellschaftlichen Zusammenhalt."
Die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion zeigten sich von dem Markt und dem Gesamtkonzept sehr angetan. Besonders die Verbindung aus genossenschaftlicher Beteiligung, moderner Technik und einem auf die Bedürfnisse ländlicher Regionen zugeschnittenen Angebot hinterließ einen positiven Eindruck.
Die SPD-Kreistagsfraktion sieht in den geplanten Tante-Enso-Standorten im Landkreis Fulda eine interessante Entwicklung, die aufmerksam begleitet werden müsse. Der Besuch in Hohenroda-Mansbach habe gezeigt, dass neue Modelle erfolgreich funktionieren können, wenn Kommunen, Bürgerschaft und Unternehmen gemeinsam an einem Strang ziehen.
Mit ihrer Sommertour sucht die SPD-Kreistagsfraktion auch in diesem Jahr gezielt den Austausch mit Unternehmen, sozialen Einrichtungen und Initiativen, die wichtige Impulse für die Entwicklung des Landkreises und der Region geben. Die gewonnenen Eindrücke sollen in die politische Arbeit im Kreistag einfließen. (mp/pm) +++