Sommerbegehung der CDU
Leerstand den Kampf ansagen: So soll die Domstadt lebendig bleiben
Fotos: Erik Spiegel
08.08.2026 / FULDA -
Eine lebendige und vor allem sehenswerte Innenstadt ist maßgeblich dafür verantwortlich, wie hoch die Frequenz von Touristen ist. Beim letzten Teil der CDU-Sommerbegehung zog es den Stadtverband aus diesem Grund an verschiedene Orte in Fulda, die dafür sorgen, dass die Domstadt so charmant bleibt, wie man es gewohnt ist. Dabei sei es wichtig, dem Leerstand zu trotzen und alte Gebäude wiederzubeleben.
Geführt wurde der Rundgang vom Stadtverordnetenvertreter Hans-Dieter Alt, der betonte: "Die Innenstädte erodieren und Leerstand ist das Schlechteste, was einer Stadt passieren kann." Neben dem CDU-Stadtverband waren auch Stadtbaurat Daniel Schreiner sowie Thomas Hering als Vertreter des Landtags und Michael Brand als Vertreter des Bundestags mit vor Ort.
Die Begehung startete auf der Kaisersaalterrasse, führte danach in die Friedrichstraße und weiter in die Straße "Unterm Heilig Kreuz". Daraufhin machten die Teilnehmer noch einen Abstecher zum "Roten Ochsen" in der Mittelstraße und beendeten den Rundgang schließlich im Kaufhaus Karl - ein straffes Programm.
Erlebbare Geschichte - die neue Kaisersaalterrasse
Was Fulda ausmacht, ist natürlich die barocke Baukunst. Neben dem Dom ist das Stadtschloss vielleicht eines der schönsten Wahrzeichen der Stadt. Kurz vor dem Hessentag wurde hier die Kaisersaalterrasse fertiggestellt - ein langwieriges Projekt, das nun aber endlich erlebbar ist und sich definitiv sehen lassen kann. Stadtbaurat Daniel Schreiner erklärte den Teilnehmern der Begehung, was die Terrasse so besonders macht.Das "Ferdinand" eröffnet in einem alten Schuhgeschäft
In einem alten, leer stehenden Schuhgeschäft zeigt sich mit dem neuesten Projekt von Gastronom Marc Zuspann (OSTHESSEN|NEWS berichtete hierüber), wie dem Leerstand aktiv begegnet werden kann. Gastronomie ist insbesondere in der Friedrichstraße ein wichtiger Faktor, um Leben in die Innenstadt zu bringen. Mit seinem neuesten Lokal möchte Zuspann all das nach Fulda bringen, was die Praforst bei Hünfeld zu dem Erfolg gemacht hat, den sie heute genießt. Schuhgeschäfte werden immer weniger - und dass man mit solchen frei werdenden Flächen etwas tun muss, dürfte klar sein.Nutzung einer Immobilie "Unterm Heilig Kreuz"
"Unterm Heilig Kreuz" erwarb Investor Arsim Trabert-Rexhepi bereits vor längerer Zeit eine Immobilie, in der sich aktuell das Eiscafé L'unico befindet. Mit dem Lokal hat man zunächst eine Zwischenlösung gefunden, um dem Haus wieder Leben einzuhauchen. Problematisch wird es allerdings bei der Nutzung der Wohnräume im oberen Teil des Hauses. "Die Immobilie ist nicht bewohnbar und als Wohnprojekt sehe ich dieses Haus gar nicht", erklärte der Investor. Er habe Pläne, was man daraus machen könnte, dennoch sei es derzeit schwierig, etwas aus dem Gebäude zu machen, wie er zu verstehen gab - ein Problem, vor dem viele Investoren bei alten Immobilien stehen.Ein Herzensprojekt mit Geschichte: Das Haus "Zum Roten Ochsen"
Das Ehepaar Alexandra und Michael Mans kaufte das Eckhaus "Zum Roten Ochsen" in der Mittelstraße im Jahr 2020 und sanierte es im Rahmen des Denkmalschutzes zu einem der vielleicht schönsten Häuser der gesamten Innenstadt. Das geschichtsträchtige Gebäude beheimatet nun den Gastronomiebetrieb "Tondas", der den Geist des historischen Hauses weiterträgt. "Solche Investitionen wie hier führen dazu, dass der angesprochene Erosionsprozess eben nicht stattfindet und dass die Menschen herkommen", betonte Hans-Dieter Alt.Abschluss im ehemaligen Kerber-Kaufhaus
Wie man dem Leerstand auf Fuldaer Art entgegentritt, wird besonders im Konzeptkaufhaus Karl, dem ehemaligen Kerber-Kaufhaus, deutlich. Dort ist neben der Verkaufsfläche und dem Biergarten auf dem Dach seit dem Hessentag das Bistro "Gaston" beheimatet. Mit diesem Projekt zeigt sich, wie vielseitig die Immobilie eigentlich genutzt werden kann. Vor allem während des Landesfestes profitierte das Lokal von der hohen Frequenz an Gästen. Als das Kaufhaus danach für einige Wochen schloss, flachte der Besucherstrom allerdings etwas ab. Mit der Neueröffnung am 1. August geht es nun wieder langsam, aber sicher bergauf. Dadurch wird deutlich, welchen Effekt ein lebendiges Kaufhaus auch auf die Gastronomiekultur der Stadt haben kann."Der Einzelhandel wird wegbrechen, da muss man sich keine Illusionen machen", betonte Alt abschließend. Dennoch konnte man beim Innenstadtrundgang deutlich sehen, was alles möglich ist, wenn man Projekte gegen den Leerstand angeht und sie verwirklicht. So kann Fulda lebendig bleiben und vielleicht sogar noch ansprechender werden. (pg) +++