Der Stadtpfarrer bei O|N
Der heilige Antonius – Fürsprecher beim Verlorenen
Archivfoto: O|N/ Carina Jirsch
13.08.2026 / FULDA -
Gerade in solchen Situationen wenden sich viele Menschen an den heiligen Antonius von Padua (1195 – 1231, portg. Ordenspriester der Franziskaner). Seit Jahrhunderten wird er als der Fürsprecher für alles Verlorene angerufen. Doch was bedeutet das eigentlich?
Es geht um weit mehr als um verlorene Dinge. Der heilige Antonius erinnert uns daran, dass Gott selbst der große Suchende ist. Jesus erzählt im Evangelium vom verlorenen Schaf, von der verlorenen Drachme und vom verlorenen Sohn. In jeder dieser Geschichten sucht Gott den Menschen mit unermüdlicher Liebe. Niemand ist für ihn vergessen. Niemand ist endgültig verloren.
Wenn wir also den heiligen Antonius um Hilfe bitten, bitten wir ihn nicht nur darum, einen verlorenen Schlüssel wiederzufinden. Wir bitten ihn auch: um die Rückkehr eines Menschen, der sich von Gott entfernt hat, um Versöhnung in zerbrochenen Familien, um neuen Mut nach einer Enttäuschung, um Hoffnung in Zeiten der Dunkelheit, und darum, dass wir selbst den Weg zu Gott immer wieder neu finden.
Vielleicht fühlen auch wir uns manchmal verloren – orientierungslos, einsam oder überfordert. Dann dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott uns kennt und unseren Namen ruft. Antonius weist nie auf sich selbst. Er führt immer zu Christus, dem guten Hirten, der keinem Menschen nachläuft, um ihn zu verurteilen, sondern um ihn nach Hause zu bringen.
So können wir den heiligen Antonius nicht nur als Fürsprecher anrufen, sondern auch als Vorbild sehen. Er lädt uns ein, selbst Suchende zu werden: nach dem Menschen, der Trost braucht; nach dem Nachbarn, der einsam ist; nach dem Kind, das Orientierung sucht; nach dem Glauben, der in unserem eigenen Herzen vielleicht schwächer geworden ist.
Wenn wir heute zum heiligen Antonius beten, dann vertrauen wir ihm alles an, was in unserem Leben verloren gegangen ist. Bitten wir ihn, dass er unsere Anliegen vor Gott trägt. Noch mehr aber bitten wir darum, dass Christus uns das Wichtigste schenkt: einen lebendigen Glauben, ein liebendes Herz und die Gewissheit, dass wir bei Gott niemals verloren sind.
Möge der heilige Antonius uns helfen, das Verlorene wiederzufinden – und vor allem den Weg zu Christus, der unser Leben erfüllt und uns die Hoffnung schenkt, die niemals verloren geht. Heiliger Antonius, bitte für uns! (Stefan Buß) +++