3. Platz für Teamgeist und Innovationskraft
Robotik-Team "1337.exe" aus Domstadt begeistert in Korea
Fotos: Rabanus-Maurus-Schule Fulda
07.08.2026 / FULDA/JEONJU -
Für das Robotik-Team "1337.exe" der Rabanus-Maurus-Schule Fulda war es eine besondere Reise nach Südkorea. Aufregend, abenteuerlich und äußerst erfolgreich. Nach ihrer Rückkehr vom FIRST LEGO League (FLL) Korea Open Invitational 2026 können die fünf Schülerinnen und Schüler nicht nur auf starke Wettbewerbsergebnisse zurückblicken, sondern auch auf unvergessliche Begegnungen mit jungen Technikbegeisterten aus aller Welt.
Vom 3. bis 5. Juli trafen sich in Jeonju, rund zwei Stunden südlich von Südkoreas Hauptstadt Seoul, 44 Teams aus mehr als 30 Nationen, um ihre Roboter, Forschungsprojekte und kreativen Ideen auf internationaler Bühne zu präsentieren. Die FIRST LEGO League zählt zu den weltweit größten Robotik- und Wissenschaftswettbewerben für Kinder und Jugendliche. Neben technischen Fähigkeiten stehen dabei vor allem Teamgeist, Kreativität und die sogenannten FIRST Core Values im Mittelpunkt.
Diese Werte begleiteten auch das Fuldaer Team, das in seiner ersten FLL-Saison eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte geschrieben hat. Die Elftklässler Mia Gesang, Benedikt Naujoks, Tim Herbert, Felix Hohmann und Henry Müller hatten sich mit dem Regionalsieg in Fulda, einer starken Leistung beim Qualifikationsentscheid in Siegen sowie dem Sieg im Robot-Game beim D-A-CH-Finale in Leipzig als einziges hessisches Team und eines von nur drei deutschen Teams für das internationale Event in Korea qualifiziert.
Noch kurz vor der Abreise präsentierte das Team sein Projekt beim Hessentag in den KI-Welten und nutzte die Gelegenheit, unter anderem mit Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus und Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld über die Förderung des MINT-Nachwuchses ins Gespräch zu kommen. Anschließend richtete sich der Fokus dann vollständig auf Korea.
Bereits einige Tage vor dem Wettbewerb reisten Team, Coach Daniel Rausch sowie Familienangehörige (die "Crew") nach Südkorea, um sich an Klima und Zeitverschiebung zu gewöhnen. Die Tage in Seoul boten gleich mehrere kulturelle Höhepunkte: vom koreanischen Barbecue über den Namsan Seoul Tower mit einem atemberaubenden Blick auf die Millionenmetropole bis hin zum Besuch des Gyeongbokgung-Palastes mit seiner traditionellen Wachablösung.
Das Event begann mit dem Aufbau der Teamstände in der sogenannten Pit Area, dem Herzstück des internationalen Austauschs. Hier präsentierten die Teams ihre Technologien, Forschungsprojekte und ihre Heimatländer. Schnell entwickelte sich die Halle zu einem Treffpunkt für spontane Gespräche, gemeinsame Aktionen und internationale Freundschaften. Zwischen Robotik, Flaggen, Pins und Team-Shirts entstand in kurzer Zeit Festivalatmosphäre: Immer wieder wurde die Wettbewerbsfläche spontan für Mitmachaktionen oder zum gemeinsamen Tanzen genutzt.
Der Wettbewerb selbst stellte die Fuldaer Mannschaft durchaus vor einige Herausforderungen. In der wichtigen Kategorie "Robot-Game", in dem der aus Lego konstruierte Roboter in 2,5 Minuten auf dem für alle gleichen Spielfeld vorgegebene Aufgaben lösen muss, blieb durch frühe Startzeiten nur wenig Zeit für zusätzliche Testläufe. Hinzu kamen kurze Wechselzeiten zwischen Robot-Game und Jury-Präsentationen sowie sprachliche Hürden auf Seiten einzelner Jury-Mitglieder. Dennoch gelang es dem Team, konzentriert zu bleiben und seine Stärken unter Beweis zu stellen.
Im Robot-Game erzielte 1337.exe – bei einer möglichen Maximalpunktzahl von 545 Punkten – in den drei Wertungsläufen beachtliche 480, 415 und 485 Punkte. Das bedeutete am Ende einen starken 14. Platz unter 44 Teams – ein Ergebnis, das die hohe internationale Konkurrenz eindrucksvoll unterstreicht.
Wie nachhaltig dieser Teamgeist wirkte, zeigte sich auch abseits der offiziellen Wertungen. Für besonderes Aufsehen sorgten die technischen Lösungen des Teams im Robot-Design. Ein dänischer Teamkollege zeigte sich davon so beeindruckt, dass ihm nach eigenen Worten die Worte fehlten ("This is so impressive – it´s without words!"). Als Zeichen der Verbundenheit gab Team 1337.exe, das altersbedingt in der kommenden Saison nicht mehr antreten können wird, schließlich seine Konstruktions- und Entwicklungsideen an die dänischen Robotikfreunde weiter – ein Beispiel internationaler Zusammenarbeit, wie sie im Sinne der FIRST LEGO League kaum besser hätte entstehen können.
Die Reise nach Südkorea war für das Team weit mehr als nur ein Wettbewerb. Sie verband technische Weiterentwicklung, internationale Begegnungen und unzählige Erfahrungen, die weit über Robotik hinausreichen. Die Eindrücke aus Jeonju, die Freundschaften zu Teams aus aller Welt und die gemeinsamen Erfolge haben bei den Schülerinnen und Schülern Spuren hinterlassen. Auch wenn 1337.exe altersbedingt in dieser Besetzung nicht mehr bei der FIRST LEGO League antreten können wird, endet die Geschichte damit nicht: Mehrere Teammitglieder möchten ihre Erfahrungen künftig als Coaches neuer Teams am Domgymnasium oder als Volunteers bei FIRST LEGO League-Wettbewerben weitergeben und so selbst junge Menschen für Technik, Forschung und Teamarbeit begeistern.
Dass diese außergewöhnliche Erfahrung möglich wurde, verdankt das Team der Unterstützung vieler regionaler Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen. Stellvertretend danken die Schülerinnen und Schüler HKS, JUMO, Hubtex, der Stadt Fulda, Tech Hub Region Fulda, Drimalski & Partner, FFT, Jass, Smart City Eichenzell, Beckhoff, der Ewald-Vollmer-Stiftung, der Hochschule Fulda und dem Domgymnasium sowie allen weiteren Förderern. Sie haben dazu beigetragen, dass aus einem Schulprojekt eine internationale Erfolgsgeschichte wurde. Die Erinnerungen an Korea werden bleiben – und ebenso die Motivation, auch künftig junge Menschen für Technik, Innovation und Zusammenarbeit zu begeistern. (pm/fw) +++