Zum 50. Geburtstag des LJSO

Rauschendes Jubelkonzert im "Schlitzer Wohnzimmer"

Ein begeisterndes Trio: Startrompeter Simon Höfele, Dirigent Nicolás Pasquet und das LJSO
Fotos: goa

06.08.2026 / SCHLITZ - Dass das Landesjugendsinfonieorchester (LJSO) seine Sommer-Arbeitsphase zum Ende der Sommerferien in der Landesmusikakademie abhält, das ist längst beste Routine. In diesem Jahr steht die Zusammenkunft der Auswahlmusiker unter einem besonders feierlichen Stern: das renommierte Ensemble feiert sein 50-jähriges Bestehen und spielte dazu eins seiner Jubiläumskonzerte in seinem "Schlitzer Wohnzimmer".


Eine handverlesene Musikauswahl wurde ergänzt um zwei bemerkenswerte Personalien: der langjährige Chefdirigent Nicolás Pasquet kehrte ans LJSO-Pult zurück, und einer der erfolgreichsten Emporkömmlinge des Orchesters, Startrompeter Simon Höfele, erwies dem Anlass als Solist die Ehre. Diese Mischung ergab ein Jubelkonzert, an dessen Ende das Publikum im Schlitzer Konzertsaal geschlossen mit Standing Ovations seiner Begeisterung Ausdruck verlieh.

Dem Geschäftsführer Junge Musik Hessen gGmbH, Jens Bastian, war die Geburtstagsfreude des Orchesters im Vorfeld anzumerken: "Wir sind bei den Recherchen tief in die Geschichte des Ensembles eingestiegen. Über die anlassbezogene Rückkehr zweier Beteiligter am heutigen Abend freuen wir uns besonders. Der langjährige musikalische Leiter Nico Pasquet ist glücklich, wieder einmal in dem durch viele Arbeitsphasen des Orchesters so vertrauten Schlitz zu sein. Und Simon Höfele saß einst als blutjunger Trompeter in den hinteren Reihen des LJSO, um dann zu einem der weltbesten Trompeter zu werden. Auch er kennt und schätzt die Schlitzer Akademie sehr."

Das Programm vereinte drei kontrastreiche Werke der Orchesterliteratur. Den Auftakt bildet Johannes Brahms' feierliche "Akademische Festouvertüre" und vereinnahmte damit sofort das erwartungsfrohe Publikum – ein energiegeladener Auftakt nach Maß. Teil 2 gehörte federführend Simon Höfele: das Konzert für Trompete und Orchester des armenischen Komponisten Alexander Arutjunjan darf als virtuoses Werk voller Brillanz und folkloristischer Einflüsse beschrieben werden, unter Trompetern gilt es als eines DER Trompetenkonzerte schlechthin. Damit war es dem international im höchsten Regal rangierenden Solisten wie auf den Leib geschnitten: Die Zuschauer trauten ihren Ohren nicht, was Simon Höfele aus seiner Trompete herausholte. Dabei war augenscheinlich, dass der 32jährige Darmstädter sich in der lebendigen Begleitung des Orchesters und dem Dirigat seines ehemaligen Mentors Pasquet pudelwohl fühlte.

Nach der Pause stand dann tatsächlich das gesamte Orchester im Fokus: das farbenreiche "Konzert für Orchester" stellte mit seinen Klangfarben und anspruchsvollen Solopassagen quer durch das gesamte Ensemble eben die Gesamtheit und Vielfalt der Instrumente in den Mittelpunkt. Béla Bartóks Meisterwerk wurde als drittes Stück des Abends zum dritten Höhepunkt – dass das Publikum sich nicht ohne Zugabe zufriedengab, verstand sich von selbst. Ihre Spielfreude und jugendliche Energie vereinten die Musiker im Alter von 12 bis 22 Jahren unter "Magier" Pasquet schließlich noch in den Ungarischen Tänzen. Ein rauschender Konzertabend, der bei allen Beteiligten sicher lange nachhallen wird. Ein wenig schade nur, dass der Konzertsaal zwar gut gefüllt, aber doch nicht ausverkauft war. (goa) +++

X