Keine Rückkehr zur Frührente
MIT Fulda: Rentenreform darf nicht wieder aufgeschnürt werden!
Archivfotos (3): O|N/Niklas Mönke
06.08.2026 / FULDA -
In der Debatte um die abschlagsfreie Frührente warnt die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Fulda vor einem Scheitern der Reform. Die Alterssicherungskommission hatte ein Gesamtpaket vorgelegt. Und darin auch vorgeschlagen, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren ("Rente mit 63") auslaufen zu lassen. Der Koalitionsausschuss hatte sich darauf geeinigt, die Vorschläge der Alterssicherungskommission vollständig umzusetzen. Dieser Vorschlag wird jetzt von Ländervertretern in Frage gestellt.
"Der Rentenkompromiss ist richtig und wichtig. Ihn wenige Wochen nach Vorstellung der Ergebnisse der Alterssicherungskommission wieder infrage zu stellen, ist das falsche Signal an die Betriebe, die Beitragszahler und an die junge Generation. Die abschlagsfreie Frührente ist der teuerste rentenpolitische Irrtum der letzten Jahrzehnte: Sie kostet Milliarden, entzieht dem Arbeitsmarkt genau die erfahrenen Fachkräfte, die wir am dringendsten brauchen, und die Rechnung zahlen die Jüngeren", so Wehner. Aus Sicht der MIT Fulda ist die abschlagsfreie Frührente volkswirtschaftlich schädlich. Sie bedeute eine Milliardenlast für die Rentenkasse. Der Verzicht auf Abschläge entlaste die Rentenversicherung nicht, sondern belaste sie nach Schätzungen mit rund zehn Milliarden Euro pro Jahr – finanziert von Beitragszahlern und Steuerzahlern.
Mitarbeitermangel einer der größten Wachstumsbremsen für den Mittelstand
Zudem gingen mit jedem vorzeitigen Rentnerjahrgang dem Arbeitsmarkt erfahrene Beschäftigte vorzeitig verloren. Dabei schrumpfe die Erwerbsbevölkerung. "Mitarbeitermangel ist schon heute eine der großen Wachstumsbremsen für den Mittelstand – im Osten wie im Westen. Wer erfahrenen Beschäftigten mit Steuergeld den vorzeitigen Ruhestand ermöglicht, verschärft dieses Problem und schwächt die Betriebe, die Ausbildung und Arbeitsplätze sichern", warnt MIT-Kreisgeschäftsführer Simon Filipp. Deshalb müssten alle Anreize, vorzeitig in die Rente zu gehen, abgeschafft werden.