Pioniertat auf der Wasserkuppe
Vor 100 Jahren: Max Kegels Gewitterflug schreibt Geschichte
Fotos: Deutsches Segelflugmuseum mit Modellflug
06.08.2026 / WAKU (RHÖN) -
Schon seit 1920 trafen sich Flugbegeisterte, um an den Hängen der Wasserkuppe mit ihren selbstgebauten Apparaten den Hang hinunter oder am Hang entlang zu gleiten. Beim Rhön-Segelflugwettbewerb 1926 gab es schon erste Überlandflüge in der näheren Umgebung, jedoch stets getragen von Hangwinden – also horizontalen Winden, welche die Rhönlandschaft nach oben ablenkten und so den Gleitfliegern kleine Flüge ermöglichten.
Am 12. August 1926 zog jedoch ein Gewitter auf, so dass die Flieger mit ihren zerbrechlichen Apparaten schnell landeten. Nicht so der Luftpolizist Max Kegel, seit Jahren dienstlich auf der Wasserkuppe. Mit seiner selbstgebauten Maschine sog das Gewitter beide in die mächtigen Wolken.
"Alles stürzte nach den in der Sportleitung aufgehängten Umgebungskarten und suchte Gompertshausen. Aber o weh! So weit reichte das Kartenmaterial nicht. Erst nach langem Suchen gelang es, bei einem Automobilfahrer eine Karte zu requirieren, aus welcher hervorging, dass Gompertshausen 54 km entfernt liegt. Ein lang anhaltendes Hurrarufen auf Max Kegel dröhnte durch das Lager."