Kinderpornos, sexualisierte Gewalt, Drogen
63 Beschuldigte, 400 Datenträger: Ermittler schlagen auch in Fulda zu
Symbolbilder: O|N
06.08.2026 / REGION -
63 Beschuldigte, ebenso viele durchsuchte Wohnungen und Häuser sowie rund 400 sichergestellte Datenträger: Hessische Ermittler sind mit einer groß angelegten Aktion gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen vorgegangen. Die Durchsuchungen fanden auch im Landkreis Fulda und im Main-Kinzig-Kreis statt.
Wie viele Objekte konkret in den beiden osthessischen Kreisen durchsucht wurden, teilten das Hessische Landeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main nicht mit. Die Maßnahmen liefen zwischen Montag und Freitag, 27. bis 31. Juli, im Auftrag der hessischen Staatsanwaltschaften. Koordiniert wurde der Einsatz vom Landeskriminalamt.
Acht Beschuldigte unter Missbrauchsverdacht
Die Ermittlungen richten sich gegen 61 Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 15 und 79 Jahren. Ihnen werden überwiegend die Herstellung, der Besitz oder die Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie vorgeworfen. In acht Fällen steht zudem der Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen im Raum. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen sollen die Beschuldigten untereinander nicht im Austausch gestanden haben. Sechs Personen mussten nach den Wohnungsdurchsuchungen zur Vernehmung auf die jeweils nächstgelegene Polizeidienststelle mitkommen. Durchsuchungen auch in Hanau
Neben dem Landkreis Fulda und dem Main-Kinzig-Kreis waren auch zahlreiche weitere Regionen betroffen. Durchsuchungen fanden unter anderem in Hanau, Frankfurt, Darmstadt, Kassel, Offenbach und Wiesbaden statt. Weitere Einsatzorte lagen in den Landkreisen Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Gießen, Limburg-Weilburg, Offenbach, Schwalm-Eder und Wetterau.Mehr als 8.390 Datenträger im ersten Halbjahr
Die Durchsuchungen waren Teil einer Schwerpunktmaßnahme zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Einheit "FOKUS". Sie nahm im Oktober 2020 zunächst als besondere Aufbauorganisation ihre Arbeit auf und gehört seit Februar 2024 dauerhaft zu den sieben hessischen Polizeipräsidien und dem Landeskriminalamt. Mehr als 320 Mitarbeiter sind dort eingesetzt, darunter rund 170 Ermittler.