Politik und Wirtschaft im Dialog

Gute Ausbildung braucht Wissenstransfer: Podiumsdiskussion mit MdB Brand

Michael Brand war zu Gast beim Netzwerk-Event des JOBVision WIN-Netzwerks.
Fotos: Philipp Gerhard

05.08.2026 / FULDA - Der Fachkräftemangel ist eine Thematik, die Unternehmen nicht nur in Osthessen, sondern in ganz Deutschland betrifft. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dem Wandel aktiv zu begegnen - dafür ist vor allem eine gute Ausbildung essenziell. Doch wie kann man Ausbildung spannend gestalten und somit Fachkräfte gewinnen? Zwei ganz grundlegende Themen sind hierbei "Mentoring" und "Wissenstransfer" und genau darum ging es beim Jobvision Netzwerk-Event, an dem auch MdB Michael Brand (CDU) als Diskussionspartner teilnahm.



Das Jobvision WIN-Netzwerk ist ein Förderprojekt zur Fachkräftesicherung kleiner und mittelständischer Unternehmen in der Region Fulda. Es unterstützt Betriebe dabei, Wissenstransfer in Ausbildung und Integration durch Mentoring nachhaltig zu stärken. Das Projekt wird im Rahmen der Förderlinie JOBvision durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert und ist bei der Region Fulda GmbH angesiedelt.

Michael Brand war als Staatssekretär des Ministeriums in seiner Heimat Fulda vor Ort, ist darin unter anderem für berufliche Bildung zuständig und betonte: "Die duale Ausbildung ist für die Fachkräftesicherung in Deutschland entscheidend, gerade hier in Fulda." Der Landkreis erhält für die Netzwerkarbeit bis 2028 rund 560.000 Euro und hat eine Reihe von Initiativen und Veranstaltungen geplant.

Wissen sichern, weitergeben und Neues lernen

Bei der Diskussion, die den Mittelpunkt der Veranstaltung darstellte, wurde eines ganz klar: Unternehmen leben von Austausch und der Weitergabe von Wissen. Nur wenn man die Erfahrung von alteingesessenen Kollegen mit den Einflüssen der modernen Welt kombiniert, kann eine Firma sich weiterentwickeln und somit auch attraktiv bleiben für neue Fachkräfte. Dabei sei es wichtig, neue Mitarbeiter im Rahmen des Mentorings an die Hand zu nehmen, aber ihnen auch die Möglichkeit zu geben, eigene Ideen einzubringen. Wichtig sei aber auch zu wissen, was sinnvoll ist: "Mentoring bedeutet, zu wissen, was man festhalten muss und welche Erfahrungen man mitgeben kann", erklärte Denise Otto von der IHK Fulda.

Michael Brand erklärte zu diesem Thema, dass vor allem das erfolgreiche Abschließen und das Erwerben des nötigen Know-hows im Vordergrund stehen sollten – das ginge aber auch nur mit einer vernünftigen Begleitung, gerade am Anfang. Er betonte außerdem, dass es vor allem die dualen Ausbildungsberufe seien, die in der heutigen Zeit immer mehr benötigt würden. "Das sind spannende Berufe!", erklärte er und verwies darauf, dass die Gesellschaft gemeinsam etwas dafür tun müsse, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Junge Menschen haben eine Schlüsselrolle

Peter Gitzler vom WIN-Netzwerk betrachtete die Thematik aus der Netzwerkperspektive und stellte klar, dass man insbesondere im Mentoring-Bereich derzeit einen unfassbar großen Mehrwert sehe. Auch die Rolle der jungen Arbeiter-Generation stellte er heraus. "Man kann definitiv von den Digital Natives profitieren", so Gitzler. Mit ihrer Affinität zu Medien, Technologie und ganz aktuell auch Künstlicher Intelligenz können sie viel dazu beitragen, Unternehmen zukunftsfähig zu machen. Dieses "Reverse Monitoring" mache Azubis auch zu Wissensgebern und helfe zudem dabei, das Machtgefälle zu relativieren.

Auch Frank Roth von der Firma KGM betonte, dass vor allem der Austausch zwischen alteingesessenen Kollegen und Neuankömmlingen auch für seine Firma von großer Bedeutung sei. Sich für den eigenen Job zu begeistern, fällt aber trotzdem noch vielen jungen Auszubildenden schwer – hier besteht nach Ansicht von Ina Rohde von der Firma RhönSprudel noch Handlungsbedarf.Michael Brand

Nach Ende der Podiumsdiskussion blieb bei kühlen Getränken, schönstem Sonnenschein und leckeren Flammkuchen noch Zeit, um im Biergarten des Theresienhofs zu netzwerken und sich auszutauschen. Nur durch diesen gelebten Diskurs und ein Netzwerk kann der Mittelstand weiterhin existieren. "Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft", betonte Brand hierzu. (pg) +++

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