Hessenweite Probleme, Rhön leidet ebenso

Hitze geht weiter: Sinkende Wasserstände, zweithöchste Waldbrand-Alarmstufe

Trockenheit und Waldbrände: Die Hitze belastet die Region enorm.
Symbolbild: O|N / Marvin Myketin

05.08.2026 / REGION - Die Hitze hat die Region wie nahezu überall in Deutschland fest im Griff. Wenig Regen, hohe Temperaturen und Sonnenschein sorgen zwar für Sommergefühle, bringen aber auch Gefahren mit sich. In der Rhön sinken die Wasserstände immer weiter, wie das Biosphärenreservat in einer Pressemitteilung erklärt. In weiten Teilen Hessens hat das hessische Forstministerium die erste von zwei Alarmstufen ausgerufen.



"Wo früher selbst in heißen Sommern kühles Wasser aus dem Boden trat, bleiben heute mancherorts nur noch feuchte Mulden zurück. Quellen versiegen, Bäche führen wenig Wasser, Böden trocknen aus. Während in vielen Teilen Europas Wälder brennen und Hitzerekorde neue Höchststände erreichen, werden die Folgen der Klimakrise auch in der Rhön immer sichtbarer", betont die Pressestelle des Biosphärenreservats Rhön.

Trockene Bachläufe, Moore und Quellen in der Rhön

Durch den Klimawandel werden die natürlichen Wasserbestände zunehmend beeinträchtigt. Bereits heute kann man laut Angaben des Biosphärenreservats Rhön beobachten, wie einzelne Quellen zeitweise oder sogar dauerhaft versiegen. Dadurch sinken die Grundwasserstände. Durch die hohen Temperaturen und die längeren Trockenperioden wird zudem weniger Wasser im Boden gespeichert. Dadurch sei nicht nur das verfügbare Wasser gefährdet, sondern auf lange Sicht auch die allgemeine Wasserqualität - sinkende Grundwasserstände können die Versorgung mit hochwertigem Trinkwasser erschweren.

"Viele Menschen verbinden die Rhön mit klaren Bächen, saftigen Wiesen und intakten Wäldern. Doch diese Landschaft ist nicht selbstverständlich. Sie braucht Wasser – und Wasser wird zunehmend zu einer kostbaren Ressource", erklärt Dr. Doris Pokorny, Leiterin der für das Biosphärenreservat Rhön federführenden Bayerischen Verwaltungsstelle. Nicht nur die Menschen, sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt ist direkt von der Problematik betroffen.

Der Schutz von Mooren, Feuchtgebieten und naturnahen Gewässern ist in Zeiten, in denen sich der Klimawandel besonders deutlich zeigt, enorm wichtig. Sie wirken dabei wie natürliche Schwämme, die Wasser speichern und in Trockenphasen wieder abgeben. Dr. Doris Pokorny betont: "Jeder trockene Bachlauf, jede versiegte Quelle und jeder abgestorbene Baum erinnert uns daran, dass die Klimakrise auch vor unserer Haustür angekommen ist. Gleichzeitig zeigen viele Menschen in der Rhön jeden Tag, dass Veränderungen möglich sind durch bewussten Umgang mit dem kostbar gewordenen Nass."

"Alarmstufe A" in weiten Teilen Hessens

Das Hessische Forstministerium hat wegen anhaltender Trockenheit und hoher Waldbrandgefahr die Alarmstufe A, die zweithöchste Warnstufe, für die Forstverwaltung ausgerufen. Trotz vereinzelter Niederschläge bleibt die Lage angespannt, da in weiten Teilen Hessens weiterhin hohe Waldbrandgefahr besteht und ergiebiger Regen vorerst nicht erwartet wird. Seit Jahresbeginn wurden bereits rund 100 Waldbrände registriert, die eine Fläche von etwa 165.000 Quadratmetern zerstörten. Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fielen im Juli in Hessen lediglich 14 Liter je Quadratmeter an Niederschlag - ein historischer Tiefstand verglichen zur Referenzperiode 1961 bis 1990. Besonders vertrocknetes und unverwertbares Holz und Reisigmaterial stellt in Hessens Natur leicht entzündbares Material dar.

Mit der Alarmstufe werden gefährdete Waldgebiete verstärkt überwacht, die Einsatzbereitschaft der Forstverwaltung erhöht und die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren intensiviert. Grillplätze können geschlossen sowie Waldwege und Waldflächen vorübergehend gesperrt werden. Das Ministerium ruft die Bevölkerung zu besonderer Vorsicht auf: Rauchen im Wald ist verboten, Feuer dürfen nur an ausgewiesenen Grillstellen entfacht werden, Zufahrtswege müssen freigehalten werden und verdächtige Rauchentwicklungen oder Waldbrände sollen sofort über den Notruf 112 gemeldet werden.

Trockenheit und Waldbrände belasten die Region also weiterhin. Wer die Natur also schützen will, kann seinen Beitrag vor allem damit leisten, aufmerksam zu sein. Denn Achtlosigkeit verursacht einen großen Teil der Wald- und Flächenbrände. (pg/pm) +++

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